Meinung: Keine Heldin in den ORF-Annalen

Monika Lindners Ära als ORF-Chefin geht heute zu Ende. Sie hat es nicht geschafft, Solidarität und Siegeswillen aufkommen zu lassen.

Ja, was wurde da gewettert: Umfärbe aktionen! Der ORF in konservativer Hand. Erwin Pröll ante portas. Das war nach der Wahl von Monika Lindner zur ORF-Chefin im Dezember 2001. Und sie hat ihren Skeptikern Recht gegeben - etwa, indem sie Werner Mück berief. Alle fünf Jahre wiederholt sich das Trauerspiel. Nur die Darsteller sind andere. Und die Farben der Kulissen ändern sich. Hinter dem neuen Titelhelden Alexander Wrabetz schimmert es bunt: Rot-Grün-Orange-und-ein-bisserl-Blau. Und schon geht das Färbeln von Neuem los. Nur maulen halt jetzt die anderen.

Viel Gutes war über Monika Lindner zuletzt nicht zu hören. Der Streit um die ORF-Information, die von Armin Wolf losgetretene SOS-ORF-Debatte beherrschten das Bild des ORF. In der ÖVP nahm man die Niederlage bei der ORF-Wahl mit saurer Miene zur Kenntnis. Lindners Krisenmanagement stolperte über ihre Kommunikations-Unfähigkeit. Nein, sie wird nicht als Heldin in die ORF-Annalen eingehen. Dazu hat sie zu wenig bewegt - mit eiserner Hand lassen sich keine (kreativen) Blüten züchten.

Lindner hat es nicht geschafft, dem ORF ihren Stempel aufzudrücken oder intern Solidarität und gemeinsamen Siegeswillen aufkommen zu lassen. Die Zuschauer merken das. An der Quote sieht man es. Doch sie übergibt ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen. Eine Basis, von der aus Wrabetz zu seinen hochfliegenden (Programm-)Plänen starten kann. Aber: Den Flug sollte man erst nach der Landung loben. (Bericht: S. 27)


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