Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Risiko durch Elektrosmog? Experten sagen: Gut möglich...

Strahlung. Experten erklären, wie man sicher mit Handys telefoniert.

Wien. Fernseher, Mobil- und Schnurlostelefone, Sendemasten: Die Gefahr kann in den eigenen vier Wänden lauern. Wie groß diese Gefahr für den Einzelnen ist, hängt vor allem vom eigenen Verhalten ist. Das ist eine der Kernaussagen der Experten, die am Freitag im Wiener Messezentrum am Kongress „Elektromagnetische Felder in Innenräumen“ teilgenommen haben – eine Veranstaltung im Rahmen der Messe „Bauen und Energie“.

Dabei geht es vor allem um die so genannten „nicht-thermischen Wirkungen“ von Strahlungen. Um Folgen einer Belastung durch Strahlen geringer Intensität. „Wir kennen den Wirkungsmechanismus, der von Strahlungen hoher Intensität im Körper ausgelöst wird. In der Praxis kommen solche Belastungen im Normalfall aber kaum vor“, berichtet Hans-Peter Hutter, Umweltmediziner der Universität Wien.

Anders bei Belastung geringer Intensität: Sie ist beinahe allgegenwärtig und noch nicht gut untersucht. Hutter: „Das heißt auch, dass heute niemand sagen kann, wie gefährlich genau das ist oder dass es ungefährlich ist.“ Eine solche Aussage sei unseriös. „Es gibt allen Grund zu Vorsicht.“

Gerd Oberfeld, Amtsarzt und Leiter des Referats „Gesundheit und Hygiene“ in der Salzburger Landesregierung, berichtet von einigen Studien, die zumindest Hinweise aufzeigen, dass es auch nicht-thermische Effekte gibt, die vor allem aufs Zentralnervensystem wirken. In diesen Arbeiten ist von Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen und Abfall in der Reaktionszeit die Rede. Mit derartigen Fällen werden sowohl Hutter als auch Oberfeld regelmäßig konfrontiert.

Zwei Arten von Gehirntumor

In einer Expertise gibt es einen statistisch auffälligen Zusammenhang zwischen Viel-Telefonierern und der Häufigkeit zweier Arten von Gehirntumor. Hutter: „Es liegt nahe, anzunehmen, dass Kinder stärker gefährdet sind. Etwa deshalb, weil Schädelknochen dünner sind.“

•Die stärksten Belastungen entstehen durch Mobil- und Schnurlostelefone, die an die Schläfe gehalten werden. Fernzusehen ist dagegen weit weniger bedenklich (aus medizinischer Sicht) – vor allem auch deshalb, weil kaum jemand mit dem Kopf direkt neben dem TV-Gerät sitzt. Unbedenklich sind LCD-Schirme(Liquid Crystal Display) – Analoges gilt für PC-Bildschirme.

Der wissenschaftliche Beirat Funk, der vom Infrastrukturministerium eingesetzt worden ist, hat allerdings vor kurzem Entwarnung gegeben. Es gebe, hieß es, keine Studie, die ein erhöhtes Handy-Risiko belege. Hutter betont allerdings, dass es sich „dabei nur um die thermischen Effekte (=Strahlung hoher Intensität) geht.“

Was also tun? Die Mediziner plädieren nicht für Handy-Absenz, sondern treten für einen vorsichtigen Umgang ein. Und konkret:

•Handys: Benützen von Freisprecheinrichtungen – Übertragung des Signals über Kabel, nicht mit Bluetooth;

•Schnurlostelefone: Einschränken der Telefonate auf ein Mindestmaß.

Inline Flex[Faktbox] DIE FAKTEN

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.02.2007)