Society-Archäologie am Tanzparketts
Wenn die noble Opernball-Gesellschaft wüsste, wie unterhaltsam sie sein kann! Meistens ist sie es ja nicht freiwillig. Wie auch? Antal Festetics, der einst das Weitwinkelobjektiv lobte, weil es "uns allen Kartoffelnasen macht - wir schauen aus wie die Loriots", ist ja ein Unikat. Aber sonst? Nichts als eine weite Wüste prätentiöser Eitelkeiten. Dem ORF aber gelang es dennoch - mit einem Team aus Society-Archäologen und Parkettminen-Experten -, unter Tonnen von Glamour und Gloria Gags freizuschaufeln. Außer bei Paris Hilton, die sich - wie ein Collegegirlie mit den Augen klimpernd - fadisierte.
Barbara Rett, Alfons Haider und Arabella Kiesbauer waren mit frechen Fragen gewappnet, interviewten die Großen ebenso wie die kleinen Eleven, brachten Star-Tenor Roberto Alagna zum Singen und Autor Dimitré Dinev beinahe dazu, auf dem Tisch zu tanzen. Rett fragte Staatsoperndirektor Ioan Holender, der beim Einzug an der Seite von Anna Netrebko im Glück schwelgte wie ein Schulbub: "Wer war nervöser - Sie oder das Pferd?" Christoph Wagner-Trenkwitz und Karl Hohenlohe schließlich werden für den Ehrenpreis ihres ÖOBFOZ (des österreichischen Opernball-Forschungszentrums) nominiert. Was die alles herausfinden! "Netrebko telefoniert mit einem blauen Telefon" - "Des ist ein silbernes Telefon, das Blau zeigt an, dass sie mit Übersee telefoniert." Stegreif vom Feinsten.