Hannah, 7, hat mich neulich gefragt, warum ich anders heiße als der Rest der Familie.
Also wirklich: Sie heißt Eibel, der Papa heißt Eibel, nur ich heiße Eibel-Steiner. Wie das denn kommt?
Tja, so etwas kommt davon, wenn man glaubt, man macht es richtig: Um nach der Hochzeit einfach den Namen meines Mannes anzunehmen, war ich zu berufstätig. Andererseits war ich in meinem Beruf wieder nicht erfolgreich genug: Das mag sich eine Hausfrau leisten können oder eine Frau Feldbusch, die hopplahopp zur Frau Poth mutiert, und es kennen sie trotzdem noch alle.
Nur mich kennt dann halt keiner mehr.
Also, habe ich mir gedacht, schreibe ich weiter unter meinem Mädchennamen, offiziell trage ich einen Doppelnamen, und für Kindergarten und Hort heiße ich halt einfach nur Eibel. Somit ist allen gedient: Die Leser wissen, wer da schreibt. Die Pädagoginnen wissen, wessen Mama da am Telefon ist. Und die Verwandten haben das Gefühl, dass alles seine Richtigkeit hat.
Allerdings musste ich feststellen, dass die Aufteilung meiner selbst in eine private, eine berufliche und eine offizielle Person nicht ganz so reibungslos klappt, wie ich mir das vorgestellt hatte: Wer bestellt eigentlich immer die Pizza? Auf welchen Namen lautet die Kundenkarte? Und für wen sind diesmal die Bahntickets reserviert? Auf mich, mich oder mich? Also stehe ich an der Kassa und lasse den Computer herumraten, ob er mich als Steiner, Eibel oder Eibel-Steiner kennen soll, immer vorausgesetzt, er hat den Namen richtig gespeichert. Hat er nicht.
Also weiterraten: Eybl? Eibl? Aibel? Und dann motzt mein Vater herum, weil mein Name nicht auf der Türklingel steht; mein Mann fragt gekränkt, warum ich mich am Telefon manchmal unter „Steiner“ melde. Und die neue Rezeptionistin der „Presse“ schickt mich fast wieder weg: Weil man mich dort unter Eibsteiner nun einmal nicht kennt.
So ausführlich habe ich es meiner Tochter nicht erklärt, aber es hat sich herausgestellt, dass sie eh etwas anderes wissen wollte: Warum nämlich der Papa nicht meinen Namen angenommen hat. Also, mein emanzipiertes Mädchen: Ich habe keine Ahnung.
bettina.eibel-steiner@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2007)