Die europäische Marssonde hat Strukturen gefunden, die verblüffend denen von Eis auf der Erde ähneln.
Auf dem Mars existiert ein zugefrorenes Gewässer von der Größe der Nordsee, auf dessen Oberfläche riesige Schollen von Packeis zu sehen sind. So interpretieren europäische Raumforscher zumindest das, was sie auf den Bildern sehen, die die Hochleistungskamera an Bord der europäischen Marssonde eingefangen hat. "Ich bin mir sehr sicher, dass das Eisplatten sind", erklärt Planetologe Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der die Kamera entwickelt hat: "Es sind gigantische Platten, die sich auf einem flüssigen Untergrund bewegen. Und dort, wo ihnen etwas den Weg verstellt hat, laufen plattenfreie Kanäle durch die Oberfläche des Eises."
Also doch Wasser auf dem Mars? Könnten die Strukturen nicht auch vulkanischen Ursprungs sein, und kam nicht gerade vergangene Woche von derselben europäischen Marssonde die Meldung, es gebe auf dem Mars keinerlei Karbonatgestein, damit sei auch Wasser ausgeschlossen? "Der Mars hat einen anderen Chemismus als die Erde, er ist ein sehr saurer Planet, Karbonate können sich kaum gelöst haben." Zudem seien auf der Erde die meisten Karbonate biologisch erzeugt worden, "und sollte es je Leben auf dem Mars gegeben haben, ist das nicht weit gekommen".
Vulkane gebe es durchaus in der Region, in der das Eis gesichtet wurde. "Aber die Platten sind zu groß, sie haben einen Durchmesser von 30 Kilometer", erläutert der Forscher: "Aus Lava kann so etwas nicht entstehen." "Bestätigen sich die Ergebnisse", ergänzt Geologe Ernst Hauber, "ist der Mars ein geologisch aktiver Planet."