Interview: "Wir lösen unsere Probleme alleine"

Nepals Außenminister lehnt UN-Vermittlung im Krieg gegen Maoisten ab.

WIEN. "Nepal ist das einzige Land in Südasien, das immer unabhängig geblieben ist. Wir haben unsere Probleme stets alleine gelöst und wollen das auch weiterhin tun." Bestimmt lehnt Nepals Außenminister Ramesh Nath Pandey Angebote der internationalen Gemeinschaft ab, im Krieg des kleinen Himalaya-Königreiches gegen maoistische Rebellen zu vermitteln. Auch eine UN-Intervention sei "nicht notwendig", erklärt Pandey im "Presse"-Gespräch.

Und doch ist ein Ende des Blutvergießens nicht in Sicht: Fast zehn Jahre schon tobt der bewaffnete Aufstand, 12.000 Menschen fielen ihm bisher zum Opfer. Mit dem Versprachen, den Krieg zu beenden, riss König Gyanendra im Februar die Macht an sich. Er verhängte den Ausnahmezustand, feuerte die Regierung, setzte ein neues Kabinett mit treuen Ministern ein, verstärkte die Angriffe auf die Rebellen. Es folgte eine Eskalation: Die Maoisten sind derzeit in 70 von 75 Distrikten Nepals aktiv. Internationale Beobachter berichten, dass die Regierung in weiten Teilen des Landes nicht mehr vertreten ist.

"Das ist alles Propaganda", sagt Pandey sichtlich erzürnt. "Wieso wird das behauptet? Unser König reist derzeit durch das ganze Land, er kann sich problemlos bewegen. Das beweist doch, dass wir weiterhin die Kontrolle haben."

"Propaganda" und "Fehlinformation" seien übrigens auch Vorwürfe, wonach es unter König Gyanendra zu massiven Verstößen gegen Menschenrechte und demokratische Grundrechte komme. UNO und Menschenrechtsorganisationen sehen das anders: Dissidenten werden in Nepal gefoltert, Medien zensiert, kritische Reporter festgenommen.

Pandey indes beteuert, dass sein König der Demokratie verpflichtet sei. Nepal befinde sich wieder auf dem Weg zur Normalisierung: Im April sollen Regionalwahlen stattfinden, an denen "natürlich auch Oppositionsparteien teilnehmen".

Zu einem Dialog mit den Maoisten sei die Regierung bereit, "wenn die Voraussetzungen stimmen", sagt Pandey. Auf das Waffenstillstandsangebot der Rebellen werde man aber nicht eingehen. "Wir kennen ihre Strategie nur zu gut. Sie benützen die Feuerpause, um Kämpfer zu rekrutieren."

Die Forderung der Maoisten nach einer neuen, republikanischen Verfassung findet Pandey absurd. "Die Monarchie hat in Nepal Tradition. Die Nepalesen fühlen sich dem König seit jeher sehr stark verbunden."

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