High-Performer: Drei Brüder, ihr Vater und die Weiterbildung

Das Familienmotto bei den Friedrichs: Gute Idee und Durchhaltevermögen

Die ganze Geschichte hat bei der Geburtstagsfeier meiner Mutter begonnen", erklärt Stefan Friedrich, mit 25 Jahren der Jüngste im Bunde. Schon bald darauf, im Herbst 2003, gründete er mit seinen Brüdern Gerald (31) und Helmut (33) sowie seinem Vater Günther die Ingenium Friedrich GmbH. Ziel des Grazer Familienunternehmens ist es, internationale Studienprogramme nach Österreich zu bringen. Das gelingt durch Kooperationen und Netzwerke mit ausländischen Hochschulen.

Einer der Coups der Familie: Fachhochschulstudiengänge in Wiener Neustadt, Salzburg oder Linz für eilige HTL-Ingenieure. Diese können berufsbegleitend in nur vier Semestern Diplomingenieure (FH) in der Studienrichtung Bauingenieurwesen werden. Die Studiengänge werden in Kooperation mit der größten Bau-Hochschule Europas, der Leipziger HTWK (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur) angeboten, erzählt BWL-Absolvent Stefan. Kräftig in die Lehrplanerstellung involviert sei auch der österreichische Baukonzern Alpine-Mayreder gewesen.

"Wir sind ein gutes Team, denn besser als innerhalb der Familie kann man sich kaum kennen", betont der älteste Bruder Helmut, selbst Architekt. Auch "Sandwichkind" Gerald war von Beginn an vom Erfolg des Unternehmens überzeugt. "Ich habe keine fünf Minuten überlegt, mit meiner Familie in dieses neue Projekt zu starten", sagt er. Er hat schließlich selbst eine technische Fachhochschule absolviert. Thema der Zeit sei berufsbegleitende Weiterqualifikation.

Am meisten über das Familienprojekt scheint sich aber Vater Günther zu freuen: "Natürlich bin ich stolz, gemeinsam mit meiner Familie ein so ambitioniertes Projekt zu starten." Es sei schön, seine langjährige Erfahrung weiterzugeben. Denn schon vor der Gründung der familiären GmbH hat Vater Günther als Leiter des Technologie Transfer Zentrums (TTZ) Weiz begonnen, Hochschulkooperationen für HTL-Ingenieure anzubahnen. Mittlerweile haben das TTZ Weiz und die Ingenium Friedrich GmbH knapp 700 Studenten an insgesamt sechs Standorten in Österreich in Ausbildung. Und auch "Nesthäkchen" Stefan hat als ehemaliger Bundesschulsprecher Erfahrung im Bildungsbereich. "Endlich werden brüderliche Reibereien für etwas Sinnvolles eingesetzt", scherzt er über das Familienprojekt.

Zur guten Idee braucht man aber auch Durchhaltevermögen, rät Stefan anderen Jungunternehmern. Seine Familie arbeite übrigens schon wieder an der Umsetzung einer neuen Idee: Nachdem man sich bisher auf technische Ausbildungen konzentriert hat, werden die Friedrichs ab Herbst auch bei den Juristen durchstarten. "Juristen haben ein Problem, wenn sie in der Privatwirtschaft arbeiten wollen", erzählt Stefan. Schließlich wolle nicht jeder Anwalt werden. Daher bieten die Friedrichs ab Herbst in Graz nun auch einen "Master of Science" für Juristen an. "Namhafte Persönlichkeiten", so Stefan, etwa aus der Medien- oder Telekommunikationsbranche sollen einen Blick hinter die Türen ihrer Unternehmen gewähren.

Mutter Theresia übrigens, deren Geburtstag das ganze Projekt auslöste, ist als Leiterin der Caritas Weiz und bei vielen anderen Hilfsprojekten anderweitig "unternehmerisch" tätig, erklären die Söhne.

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