Wer die Kunst des Jonglierens erlernt, hat auch in der Schule mehr Erfolg, meint ein Nachhilfe-Experte.
Wien. Wenn Bälle, Keulen oder Teller durch die Luft wirbeln, kann das auch den Geist beflügeln: "Schüler brauchen Konzentration, und sie brauchen Erfolgserlebnisse. Beides hat man beim Jonglieren", betont Konrad Zimmermann, Geschäftsführer des Nachhilfe-Instituts "LernQuadrat" in Wien. Auch der Jonglier-Experte Peter Spindler aus Steyr bestätigt: "Gerade bei Kindern und Jugendlichen schärft das Jonglieren nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern es stärkt auch das Selbstbewusstsein."
Jonglieren müsse Schritt für Schritt gemacht werden, erklärt Hobby-Jongleur Zimmermann. Die dadurch erlernten Fähigkeiten könnten zum Beispiel bei einer Mathematik-Schularbeit von Vorteil sein. Wenn ein Schüler vier Aufgaben zu lösen hat und zwei auf den ersten Blick zu schwierig scheinen, würde er trotzdem nicht verzweifeln. Der Schüler würde ohne Sorge die beiden Beispiele, die er sicher kann, durchrechnen. Erst danach werde er sich den anderen Beispielen widmen. Die Folge, so Zimmermann, wären bessere Noten.
Sein Nachhilfe-Institut bietet daher Jonglier-Seminare für 10- bis 18-Jährige an. "Vor allem das Jonglieren mit Klobürsten ist bei Kindern beliebt", sagt Zimmermann. Vielen Eltern fehle aber das Verständnis, dass etwas, das Spaß macht, den Lernerfolg steigern kann. In Jonglier-Seminaren für Erwachsene will der Fachmann sie überzeugen: "Denn wer die Methode am eigenen Leib erfahren hat, ist davon begeistert." Die Seminare für Erwachsene sind gratis, Kinderkurse kosten 38 Euro.
Dass jedenfalls Erwachsene vom Jonglieren profitieren können, belegt die Studie eines Experten-Teams um die deutschen Neurologen Christian Gaser und Arne May: Ein dreimonatiges Jonglier-Training ließ die graue Masse in den Gehirnen der Probanden gegenüber jenen von Nicht-Jongleuren wachsen. "Betroffen war und ist vor allem die Gehirnregion, die der visuellen Wahrnehmung dient", erklärt Jonglier-Experte Spindler. Jonglieren stärke dabei die Koordination zwischen der rechten und linken Gehirnhälfte, also den Bereichen für das kreative und das analytische Denken.
Am Universitätssportinstitut Wien arbeitet der Jongleur, der nebenbei selbst noch studiert, auch mit Studenten: "Wenn man nach ein bis zwei Stunden intensivem Lernen zehn bis 15 Minuten jongliert, festigt man sein Wissen und wird aufnahmebereiter." Und wird bei den Prüfungen Erfolg haben.