Bilanz: Wunderliche Studien

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ie AK hat nun eine Studie über den Rückgang der Wertschöp fungsquote (siehe Seite 21) erstellt, in der unter anderem der gesunkene Anteil der Löhne und Gehälter am Umsatz beklagt wird. Und - was bekommt das einfache AK-Mitglied davon fürs Leben mit?

Es gibt zwar, auch wenn das Unternehmer und Manager nicht gerne hören, in den westlichen Industriestaaten derzeit tatsächlich ein GewinnVerteilungsproblem. Aber das hat die AK nicht primär gemeint. Es ist vielmehr darum gegangen, weitere Privatisierungen madig zu machen. Da ist es schon opportun, den Anteil der Löhne am Umsatz, der über die Situation des einzelnen Lohnempfängers genau null aussagt, groß herauszustellen. Hauptsache, die "Message", die es zu verbreiten gilt, wird transportiert.

Da befindet sich die AK freilich in guter Gesellschaft. In den vergangenen Wochen haben nämlich eine Reihe von angesehenen Institutionen sogenannte Studien auf den Markt geworfen, deren Aneinanderreihung durchaus einen gelungenen Kabarettabend hergäbe. Wir konnten etwa vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erfahren, dass Besserverdiener mit ihrem Einkommen zufriedener sind als untere Einkommensklassen (möchte nicht wissen, was diese schwierige Studie gekostet hat). Wir haben gehört, dass Mehrwertsteuererhöhungen Bezieher kleiner Einkommen stärker treffen (DIW), dass Wirtschaftsnachrichten die Konsumstimmung beeinflussen (IWH) und dass Manager und Unternehmer lieber 25 Prozent Flat Tax als 50 Prozent Grenzsteuersatz hätten (Eurosearch). Wer hätte das gedacht?

Ü
brigens: Vorsicht beim Achter bahnfahren, wenn Sie Herz probleme haben: Aufregung erhöht nämlich den Puls. Hat die Mannheimer Uniklinik soeben in einem groß angelegten Feldversuch im Freizeitpark Hassloch herausgefunden. Und als Studie publiziert.

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