Meinung: Nur ein paar blöde Fragen

D
ie Milchbauern, haben wir in den vergangenen Tagen gelernt, bekommen für ihr Produkt vielfach gerade einmal die Hälfte ihrer Produktionskosten. Weil sie so klein und machtlos sind und (den aus bäuerlichen Genossenschaften entstandenen) mächtigen, preisdrückenden Milchriesen gegenüberstehen. Macht aber nichts. Wenn die laut und jammervoll vorgetragene Forderung nach höheren Preisen nicht durchgeht, buttert halt der Steuerzahler dazu.

Im wirklichen Wirtschaftsleben, also außerhalb der letzten Refugien kommunistischer Planwirtschaft, versucht man in solchen Fällen, die Produktionskosten den Preisen anzunähern. Geht nicht, weil die Betriebsgrößen zu klein sind? Blöde Frage: Wie wär's mit größeren Einheiten?

Geht nicht, weil bei uns eben das Dogma der kleinbäuerlichen Landwirtschaft (ja, Dogma: Man muss daran glauben, wenn man die gesellschaftliche Exkommunizierung vermeiden will) aufrechterhalten wird? Überall sonst, in der wirklichen Wirtschaftswelt, wie gesagt, funktioniert das aber. Es gibt ja viele bewährte Unternehmensformen bis hin zur AG, in denen man Masse formieren und Kompetenz für erfolgreiches Wirtschaften einbringen kann.

Geht nicht, weil erstens war das noch nie so, zweitens könnt ja ein jeder kommen und drittens wäre das dann - pfui Teufel - umweltverschmutzende Agrarindustrie? Ähem: Schon einmal überlegt, wo die hohen Nitratwerte im Grundwasser des Agrarindustrie-freien Marchfelds herkommen? Oder ist es einfach so, dass wirtschaftliche Tätigkeit unabhängig von der Betriebsgröße einfach mit Umweltbeeinträchtigungen zusammenhängt?

Aber das ist natürlich polemisch. Gönnen wir den Bauern ihre Subventionen. Trifft ja keine Reichen, oder? Im Zuckerbereich, der jetzt auch ziemlich laut wegen Subventionskürzungen aufschreit, ist der österreichweit größte Empfänger von Agrarsubventionen übrigens ein gewisser Mateschitz-Bauer, vulgo Red Bull.

Deshalb noch eine blöde Frage: Ist Steuergeld eigentlich gut und treffsicher angelegt, wenn es in Form von Agrarsubventionen in den Kaffeekassen von höchst gewinnbringenden Unternehmen eines Milliardärs landet? Und: Werden die kleinen Bauern und ihre berechtigten Emotionen bei solchen Verteilungen von der Agrarlobby nicht ein wenig missbraucht? Blöde Fragen, wie gesagt.

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