Langsam beginnen die Be mühungen, Österreich zu einem attraktiven Innovationsstandort zu machen, Früchte zu tragen. Im Vorjahr sind die öffentlichen und privaten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) um 7,6 Prozent auf rund 5,3 Milliarden Euro gestiegen. Gemessen an der Wirtschaftsleistung (BIP) lag die Forschungsquote bei 2,27 Prozent und damit über dem EU-Schnitt.
Zu verdanken war das einer Reihe von Maßnahmen. So wurde mit der Einrichtung der Nationalstiftung, in die Zinserträge aus Mitteln der Nationalbank (OeNB) und des ERP-Fonds fließen, zusätzliches Geld aufgestellt. Weiters hat die Regierung die Rahmenbedingungen für einschlägige betriebliche Aktivitäten durch Anhebung der Forschungsprämie und des Forschungsfreibetrags verbessert. Positiv ausgewirkt haben sich auch institutionelle Reformen wie die Fusion der Förderung für angewandte Forschung in der neu etablierten FFG.
Trotz dieses Fortschritts sind wir aber vom EU-Ziel einer Forschungsquote von drei Prozent des BIP im Jahr 2010 noch weit entfernt. Um dahin zu kommen müssten nämlich kumuliert zusätzlich rund 3,5 Milliarden Euro - ein Drittel von der öffentlichen Hand, zwei Drittel von Privaten - aufgebracht werden. Und damit schaut es vorerst schlecht aus: An öffentlichen Mitteln fehlen dem Forschungsrat zufolge bereits heuer hundert - nach anderen Schätzungen sogar zweihundert - Millionen Euro und bis 2010 wird diese Lücke auf eine Milliarde Euro anwachsen.
Obwohl die Zeit drängt weiß man aber noch nicht, woher das viele Geld kommen soll. Auszuschließen ist das nochmalige Anzapfen der OeNB. Denn bei Umwidmung zusätzlicher Rücklagen würde deren Gewinnabfuhr an den Bund weiter sinken. Anbieten würde sich aber der Einsatz von Privatisierungserlösen, wovon jedoch bisher nicht die Rede ist.
Handlungsbedarf hat auch die Wirtschaft, die den größeren Teil der genannten Summe beisteuern soll. Das wird jedoch nur gelingen, wenn von der öffentlichen Hand bald verbindliche finanzielle Zusagen kommen. Weiters müssen sich mehr heimische Firmen in F&E engagieren - derzeit wird die Hälfte der betrieblichen Forschungsausgaben von ausländischen Multis getätigt -, die EU-Töpfe stärker genützt, die Grundlagenforschung wirtschaftsnäher ausgerichtet und die auf drei Ministerien verteilten Kompetenzen gebündelt werden.
Es bleibt also noch viel zu tun. Aber ohne einen Innovationsschub wird das Hochlohnland Österreich im Wettbewerb, der über Wachstum und Arbeitsplätze entscheidet, nicht mithalten können.
Die Kolumne Gewinn & Verlust erscheint jeden Donnerstag.