Milliarden-Deal: Unicredito greift nach BA-CA-Mutter HVB

Die größte grenzüberschreitende Bankenfusion Europas steht unmittelbar vor dem Abschluss.

wien. Die Übernahme der HypoVereinsbank (HVB) - Mutter der BA-CA - durch die italienische Großbank Unicredito ist so gut wie fix. "Wir haben uns für eine Fusion mit der HVB entschieden und sind kurz davor, die letzten offenen Fragen zu klären," sagte ein Unicredito-Spitzenmanager am Freitag der "Presse". Der Manager versichert, dass bereits am Montag die Details des Milliarden-Deals in Rom "geklärt werden sollen". Offen sei allerdings noch der Preis.

Medienberichten zufolge wollen die Italiener 22 Euro je HVB-Aktie zahlen. Eine Gesamtübernahme wäre demnach rund 16 Milliarden Euro "schwer" und die bisher größte grenzüberschreitende Fusion in der europäischen Bankengeschichte. Zum Vergleich: Die Ehe zwischen BA-CA und HVB im Sommer 2000 hatte einen Transaktionswert von 7,2 Milliarden. Für die beteiligten Investmentbanken Merrill Lynch, Goldman Sachs und JP Morgan winken fette Erträge. Ob Unicredito tatsächlich 100 Prozent der HVB-Anteile übernehmen möchte, ist vorerst nicht klar. "Wir wollen die Mehrheit", heißt es in der Mailänder Zentrale zur "Presse".

Unicredito-Chef Alessandro Profumo ist vor allem am ertragreichen Ostgeschäft der BA-CA interessiert. Durch den Zusammenschluss entstünde die größte Bank in Osteuropa. Analysten halten es für möglich, dass es nicht zu einer Totalübernahme kommt, sondern man das Ostgeschäft von Unicredito und HVB in einer Holding zusammenlegt. Oder Unicredito greift zwar jetzt zu, behält aber nur die BA-CA mit ihrem lukrativen Ostgeschäft. Das marode Deutschlandgeschäft könnte abgespalten und verkauft werden.

An der Börse zog am Freitag vor allem die Aktie der BA-CA kräftig an. Auch die HVB-Aktie legte leicht zu, während die Unicredito verlor. Gerüchte über ein Zusammengehen der Unicredito mit der maroden HypoVereinsbank gibt es schon länger. HVB-Chef Dieter Rampl hatte wiederholt von einer derartigen Lösung gesprochen.

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