Geld: Spareinlagen auf Höchststand

Ende 2004 betrugen die Spareinlagen in Österreich pro Kopf stolze 16.680 Euro.

Wien (dom). Die Österreicher sind und bleiben Sparbuch-Fans: Ende 2004 besaßen allein die Inländer insgesamt 23,7 Mill. Sparbücher. Das Guthaben pro Kopf erreichte mit 16.680 Euro ein neues All-time-High. Auf 84 Prozent der Sparbücher liegt laut einer Statistik der Oesterreichischen Nationalbank ein Betrag von unter 10.000 Euro. Wie Direktor Peter Zöllner am Dienstag sagte, gibt es allerdings österreichweit 256 Sparbücher, auf denen jeweils mehr als drei Mill. Euro liegen.

65 Prozent der Bankeinlagen entfallen nach wie vor auf das Sparbuch, das Wachstum ist bei den Investmentfonds allerdings deutlich stärker als bei den Spareinlagen. Im Vorjahr stiegen die Sparguthaben um 2,8 Prozent auf 136 Mrd. Euro. Das Plus kommt vor allem rund um den Weltspartag und zum Jahreswechsel durch die Zinsgutschriften zustande. Rund ein Achtel der gesamten Sparguthaben entfällt in Österreich auf Bauspareinlagen, die im Vorjahr mit 4,4 Prozent auch stärker zulegten als die "normalen" Spareinlagen. Per Jahresende gab es 5,7 Mill. Bausparverträge, sieben von zehn Österreichern sind also Bausparer.

Trotz der gleich gebliebenen Zinssätze der Europäischen Zentralbank (EZB) gab es im Vorjahr Veränderungen bei Einlagen- und Kreditzinsen. Die Einlagenzinssätzen stiegen im Jahresverlauf um 0,05 Prozentpunkte. Wohnbaukredite verbilligten sich hingegen um 0,44 Prozentpunkte. Laut EZB-Statistik sind die nominellen Einlagenzinssätze in Österreich etwas höher als im Schnitt des Euroraums während die Kreditzinsen niedriger liegen. Ein Grund dafür dürfte der scharfe Wettbewerb zwischen den heimischen Geldinstituten, vermutet die Nationalbank.

Die Spanne zwischen Kredit- und Einlagenzinssätzen verringerte sich im Vorjahr in Österreich von 1,44 auf 1,25 Prozentpunkte. Im Jänner 2003 waren es noch 1,74 Prozentpunkte. Neue Einlagen wurden im Vorjahr in Österreich deutlich besser verzinst als im Euroraum-Durchschnitt. Besonders deutlich war der Unterschied bei den über zwei Jahre gebundenen Einlagen. Hier lag der Zinssatz in Österreich bei 2,85 Prozent gegenüber 2,32 Prozent im Euroraum.

Täglich fällige Spareinlagen brachten Ende 2004 im Schnitt eine Verzinsung von 1,15 Prozent. Einlagen mit mehr als zwei Jahren Laufzeit wurden von den heimischen Banken mit 3,23 Prozent verzinst. Überziehungskredite kosteten im Schnitt 6,85 Prozent, Wohnbaukredite 4,52 Prozent und Konsumkredite 4,76 Prozent.

Der Zinssatz für neue Konsumkredite lag in Österreich im Vorjahr bei 5,02 Prozent, im Euroraum-Schnitt waren es 7,05 Prozent. Ein Teil des Zinsvorteils (0,15 Prozentpunkte) ging durch höhere Kreditgebühren in Österreich wieder verloren.

Dass die Kredite in Österreich billiger sind als im Euroraum. liegt auch relativ hohen Anteil der variablen Verzinsung. In Österreich sind knapp 92 Prozent der Kredite variabel verzinst, im Euroraum sind es nur rund drei Viertel. Steigen die Leitzinsen, wird das in Österreich stärker durchschlagen als im Ausland.

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