Landwirtschaft: NÖM: "Milch gemeinsam vermarkten"

Molkereien sollen eine einheitliche Vertriebstochter für Basisprodukte gründen.

BADEN/WIEN. Die akuten Probleme der Milchbranche haben eine erneute Diskussion um ein stärkeres Zusammenrücken der Molkereien ausgelöst. Um sich nicht ständig vom Handel gegeneinander ausspielen zu lassen, schlägt Gerhard Schützner, Generalbevollmächtigter der NÖM, im "Presse"-Gespräch nun eine gemeinsame Vertriebstochter der Molkereien vor. "Basisprodukte wie Milch, Butter, Topfen oder Käse, die zwei Drittel bis drei Viertel des Geschäfts ausmachen, könnten wir durch eine gemeinsame Vertriebstochter vermarkten", so Schützner. Die Molkereien würden - im Gegensatz zur immer wieder diskutierten und gescheiterten "Österreichischen Milchlösung" - unabhängig bleiben, sie sollten ihre Spezialitäten auch selbst vermarkten.

Berglandmilch-Chef Josef Braunshofer sagte auf Anfrage der "Presse", dass man an eine verstärkte Kooperation "unvoreingenommen und grundsätzlich positiv herangehen" müsse. Er betonte aber, dass es "aktuell keine Gespräche" gebe.

Von der Milchgenossenschaft NÖ (MGN) - zu zehn Prozent Eigentümer - bekommt NÖM indes volle Unterstützung. Bei der Generalversammlung am Wochenende lehnten die Delegierten die Proteste der IG Milch - diese hatte die MGN als "Alibi-Genossenschaft" bezeichnet - entschieden ab. Obmann und Geschäftsführer wurden mit 97,3 Prozent wiedergewählt, und im gleichen Atemzug wurde ein Angebot von Schützner, die jüngste Milchgeld-Senkung zurückzunehmen, abgelehnt.

Sitzungsteilnehmer berichteten, dass die MGN-Generalversammlung die wohl lebhafteste und emotionalste Bauernversammlung der Nachkriegsgeschichte war. Vor der Abstimmung hätten alle gezittert, hieß es. Das Argument, dass höhere Milchpreise derzeit "unrealistisch" seien, hat die Bauern aber offenbar überzeugt.


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