Stadionbau: ÖFB-Präsident Stickler warnt vor Klageflut

Im Streit um den Bau des Klagenfurter Fußballstadions denkt der Österreichische Fußballbund über Schadenersatzforderungen nach.

WIEN. Nachdem die Kärntner Baugesellschaft Strabag am Freitag die Bauvergabe des Klagenfurter Fußballstadions an die Porr AG beeinsprucht hat, fürchtet der Präsident des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB), Friedrich Stickler, im Gespräch mit der "Presse" massive Zeitverzögerungen. "Das Stadion muss spätestens im Mai 2007 fertig gestellt sein", sagt Stickler. Jeder spätere Termin sei nicht akzeptabel. "Dann wird gar nicht gebaut", betont Stickler. "Ein Stadion, das nach 2008 fertig wird, brauchen wir nicht."

2008 findet in Österreich und der Schweiz die Fußball-Europameisterschaft statt. Das neue Stadion in Klagenfurt ist Teil des Konzepts, das dem Europäischen Fußballverband UEFA vorgelegt worden ist. Sollte dieses Konzept nun nicht eins zu eins verwirklicht werden, würde dies nicht nur einen "enormen Imageverlust" für Österreich bedeuten.

Ein abgeänderter Plan hätte vermutliche eine Reihe an "Schadenersatzforderungen" zur Folge. Schadenersatzansprüche, die auf den ÖFB als Veranstalter der Europameisterschaft zukommen könnten. Dem ÖFB treffe an der Misere aber keine Schuld, betont Stickler. Man werde sich in diesem Falle an jenen schadlos halten, die bei der Vergabe des Klagenfurter Stadions "schuldhaft vorgegangen sind".

Wie berichtet, erhielt ein Konsortium rund um die Wiener Porr AG vergangene Woche den Zuschlag für den Stadionbau. Das Porr-Angebot liegt bei 59 Mill. Euro. Das Strabag-Konsortium, das trotz einem günstigeren Angebot nicht zum Zug gekommen ist, will nun eine einstweilige Verfügung beim Bundesvergabeamt erwirken. Damit wäre das Projekt gestoppt. Der Baubeginn würde sich weiter verzögern. Die Anwälte der Strabag betonten am Freitag, dass der Einspruch gegen die Vergabe das Stadion-Projekt nicht gefährde. Sie rechnen mit einer Entscheidung über die Vergabe innerhalb von zwei Monaten.


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