AUA tritt fest auf Kostenbremse

Solidarität gefordert. Die Airline hofft auf Hilfe von Politik und Flughafen Wien.

wien. Noch im April hatte AUA-Boss Vagn S¸rensen ein neues Sparpaket in Abrede gestellt - jetzt muss die AUA aufgrund der schlechten Quartalsergebnisse doch jeden Cent umdrehen. Um ein "Swiss-Schicksal" zu vermeiden (die Schweizer Fluglinie wurde von der Lufthansa übernommen) und das Ergebnis trotz anhaltend hoher Kerosinpreise zu verbessern, wird nicht nur jede interne Kostenstelle unter die Lupe genommen. Wie die "Presse" aus Konzernkreisen erfuhr, umfasst das Maßnahmenbündel auch einen nicht zu überhörenden Appell an die Solidarität derjenigen, die externe Kosten verursachen.

Konkret ist zum einen die Politik angesprochen. Die saftige Erhöhung der Sicherheitsabgabe zu Jahresbeginn hat die AUA schwer getroffen, sie hat bereits Klage beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Die nicht an die Ausgaben für die Flugsicherheit gebundene Abgabe wird zwar an die Kunden weitergegeben, reduziert aber die Wettbewerbsfähigkeit der AUA. Ein Dorn im Auge ist der AUA zudem die positive Einstellung von Finanzminister Karl-Heinz Grasser zu der in der EU diskutierten Kerosinsteuer. "Die Politik hat inzwischen verstanden, dass die AUA ein wichtiger Faktor der viel diskutierten Standortqualität Österreichs ist - aber sie hat dafür noch nichts getan", lautet die Kritik im Unternehmen.

Zum anderen verlangt die AUA (Austrian, Lauda, Austrian Arrows, Rheintalflug und seit kurzem Slovak Airlines gehören) einmal mehr ein Entgegenkommen vom Flughafen Wien und der Austro Control. "Sie müssen ihrem Hauptkunden (der AUA, Anm.) die besten Konditionen bieten", sagt ein Insider. Auf Druck der AUA hat der Flughafen Anfang 2004 eine schrittweise Gebührensenkung bis 2007 eingeleitet, weitere Tarifsenkungen wurden abgelehnt. Die Austro Control wiederum hat Anfang 2005 die Streckengebühren von 71,48 auf 68,47 Euro (pro 100 Kilometer und Flugzeug) gesenkt und als mittelfristiges Ziel 60 Euro angekündigt.

Zusätzliche Sparpotenziale verspricht sich die AUA von dem gemeinsam mit dem Flughafen und der Austro Control betriebenen "Hub Control Center", das am Montag in Betrieb geht. Dort sollen alle Flugbewegungen und die Aktivitäten am Boden koordiniert und Reibungsverluste reduziert werden. Allein aufgrund der Reduktion von Verspätungen sollen die Kosten kräftig gedrückt werden können. Konzernintern dürfte die geplante Personal-Aufstockung zurückgeschraubt werden. Ursprünglich sollten heuer 400 neue Flugbegleiter eingestellt werden. Um die im ersten Quartal von 70,7 auf 68 Prozent zurückgegangene Auslastung wieder anzuheben, wird die Flugzeug-Kapazität nicht so rasch erhöht wie geplant.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.