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Unis und Fachhochschulen: "Die Grenzen werden verschwimmen"

Unis Fachhochschulen Grenzen werden
(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Novellierung des FH-Gesetzes zwingt die Fachhochschulen dazu, Leitungskollegien einzurichten, und gibt ihnen die Möglichkeit, Rektoren zu ernennen.

An den Fachhochschulen sollen künftig die Wissenschaftlichkeit und das Akademische mehr Gewicht bekommen. Und dafür sollen sich insbesondere die Rektorinnen und Rektoren der heimischen Fachhochschulen einsetzen, sagt jedenfalls Kerstin Fink, Rektorin der FH Salzburg. Diese konzentriert sich durch eine spezielle Aufgabenverteilung innerhalb der Hochschulleitung seit einiger Zeit auf den konsequenten Ausbau der Forschungstätigkeit, wie Fink erklärt.

So sind strategische Entscheidungen, die die Hochschulentwicklung betreffen, auch im Rektorat angesiedelt. Darunter fallen alle Fragen zur Forschungsstrategieentwicklung sowie die Weiterentwicklung von Curricula und Studiengängen. Alle Agenden, die die Internationalisierung betreffen, sind in Salzburg Chefinnen-Sache.

Fink ist zuversichtlich, dass ihre FH nicht die einzige bleiben wird, an der das Rektorat mit zusätzlichen Kompetenzen ausgestattet wird. Denn durch die jüngste Novellierung des FH-Studiengesetzes müssen alle 21 österreichischen Fachhochschulen Kollegien mit einer bestimmten Zusammensetzung einrichten. („Die Presse“ berichtete). Nur diese sind berechtigt, die akademischen Geschäfte zu führen. Dadurch besteht auch die Möglichkeit, in Anlehnung an die Unis den Titel „Rektor“ zu verleihen und ihn bzw. sie mit zusätzlichen Kompetenzen auszustatten.

 

Antrittsvorlesung, neuer Master

An der FH Salzburg arbeitet Fink daran, die Wissenschaft stärker sichtbar zu machen. So gibt es seit kurzem an der FH Salzburg so genannte Antrittsvorlesungen, die an den Universitäten bereits eine lange Tradition haben. Das bedeutet, dass die berufenen Studiengangsleiter ihre eigene Forschungsarbeit einem breiten Publikum an der Fachhochschule vorstellen. „Nachdem das eine Idee vom Rektorat war, habe ich selbst natürlich auch den Studierenden meine Forschungsarbeit präsentiert“, erzählt Fink, die selbst zu den wenigen habilitierten FH-Mitarbeitern gehört. Ein anderer Ansatz, die Wissenschaftlichkeit zu fördern, ist ein gemeinsamer Masterstudiengang mit der Universität Salzburg, der im Herbst starten wird und der erste seiner Art in Salzburg ist. Der Trend gehe allerorts in Richtung Kooperationen zwischen den Institutionen. „Solche Konzepte werden notwendig und die Grenzen werden verschwimmen“, zeigt sich Fink zuversichtlich.

Der gemeinsame Masterstudiengang bedeutet überdies auch einen Ausbau der Disziplin der Ingenieurswissenschaften, zu der der neue Studiengang zählt. Und das ist ganz im Sinne von Fink, denn auch die Bündelung aller Studiengänge ihrer Fachhochschule in vier Disziplinen ist einer ihrer Bausteine, wenn es darum geht, das Profil zu schärfen und die Forschungstätigkeit der FH auszubauen. Denn das wird Finks nächster Schritt sein: Forschungs- und Internationalisierungsstrategien für diese Disziplinen zu entwickeln.

Auf einen Blick

Die Fachhochschule Salzburg bietet in den vier Disziplinen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurswissenschaften, Medien Kunst und Design sowie Gesundheitswissenschaften Bachelor- und Masterstudiengänge an. Derzeit sind rund 2200 Studierende an der FH Salzburg inskribiert. Ab Herbst bietet die FH Salzburg gemeinsam mit der Uni Salzburg den ersten gemeinsamen Master „Applied Image and Signal Processing“ an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2012)