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Größte US-Städtepleite: Stockton meldet Konkurs an

Kalifornien Stadt zahlungsunfaehig
Haus in Stockton(c) REUTERS (� Robert Galbraith / Reuters)

Die kalifornische 300.000-Seelengemeinde ist die bisher größte bankrotte Stadt der USA. In den vergangenen drei Jahren seien Gehälter und Pensionen gekürzt worden, um insgesamt 90 Millionen Dollar einzusparen.

Die hoch verschuldete kalifornische Stadt Stockton hat sich für zahlungsunfähig erklärt. Wie die Behörden der rund 140 Kilometer östlich von San Francisco liegenden Gemeinde am Mittwoch bestätigten, beschlossen sie am Dienstagabend, vor Gericht Gläubigerschutz zu beantragen. Mit ihren fast 300.000 Einwohnern ist Stockton die größte US-amerikanische Stadt, die jemals für bankrott erklärt wurde.

"Die Stadt wird bis Freitag das Konkursverfahren in Gang setzen", sagte Rathaus-Sprecherin Connie Cochran am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor waren alle Versuche gescheitert, sich mit den Gläubigern zu einigen. Allein für dieses Jahr sieht die Stadtverwaltung ein Defizit von 26 Millionen Dollar (20,8 Millionen Euro) voraus; ein Großteil des Jahresbudgets in der Höhe von 521 Millionen Dollar ist jedoch zweckgebunden und darf somit nicht zur Deckung des Defizits eingesetzt werden.

"Herzzerreißendste Entscheidung"

Wie viele andere Städte in den USA auch ist Stockton 2008 Opfer der US-Immobilienkrise geworden. Nach einem wahren Bauboom in den Jahren zuvor weist die Stadt inzwischen die zweithöchste Pfändungsrate auf. Gleichzeitig nahm die Kriminalität zu, heute liegt Stockton hinter Oakland auf Platz zwei der gewalttätigsten Städte in Kalifornien.

In Konkurs zu gehen, sei "die schwierigste und herzzerreißendste Entscheidung" gewesen, erklärte Bürgermeisterin Ann Johnston. Schon in den vergangenen drei Jahren habe die Stadt die Gehälter ihrer Angestellten sowie die Pensionen kürzen müssen, um insgesamt 90 Millionen Dollar einzusparen. Der Notfallplan im Rahmen des Konkursverfahrens sieht neben der Stundung von Schulden weitere Gehaltskürzungen für Beamte vor. Darüber hinaus wird die Stadt keine Beiträge mehr zur Krankenversicherung von Pensionisten zahlen.

(APA/AFP)