Metro-Chef schickt eigene Aktie auf Talfahrt

MetroChef schickt eigene Aktie
MetroChef schickt eigene Aktie(c) AP (Frank Augstein)
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"Die Euro-Krise verdirbt den Deutschen die Kauflust", sagte der Metro-Chef in einem Interview. Die Aktie verlor daraufhin zeitweise mehr als sechs Prozent.

Nach der Einschätzung von Metro-Chef Olaf Koch über Auswirkungen der Euro-Krise auf die Kauflust der Deutschen ist die Aktie des Handelsriesen unter Druck geraten. Die Stammaktie der Metro AG verbilligte sich am Montag zeitweise um mehr als 6 Prozent auf 20,42 Euro. Sie war mit weitem Abstand größter Verlierer im Dax. Der deutsche Leitindex insgesamt gab nur leicht nach.

"Die Euro-Krise verdirbt den Deutschen die Kauflust", hatte zuvor Konzernchef Koch im Interview mit der "Bild am Sonntag" erklärt. Metro rechne beim Konsum in diesem Jahr bestenfalls noch mit einem kleinen Plus. "Das hat deutliche Auswirkungen auf unser Geschäft."

"Nicht unbedingt ein optimistisches Interview"

Zur schwachen Entwicklung der Metro-Aktie (2007 stand sie bei 60 Euro) und einem drohenden Abstieg aus dem Leitindex Dax sagte Koch: "Das wäre ganz sicher nicht schön, aber das Leben geht weiter. Der Aktienkurs würde dann vermutlich weiter sinken. Aber wir würden an unserer Restrukturierungsstrategie festhalten", betonte er in dem Interview.

Ein Händler sagte dazu: "Das ist nicht unbedingt ein Interview, das man als besonders optimistisch bezeichnen würde." Derzeit gingen die Analysten im Schnitt für das laufende Jahr von einem nahezu unveränderten Umsatz aus. Insgesamt bewertete er die Aussagen eher negativ.

Kippt Metro das Gewinnziel 2012?

Laut Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers könnten einige Marktteilnehmer Kochs Prognosen zur Entwicklung der deutschen Handelsumsätze als Hinweis interpretieren, dass die Metro das Gewinnziel 2012 mit Bekanntgabe der Halbjahreszahlen über Bord wirft. Derzeit sei die Berechenbarkeit der Ergebnistrends sehr gering.

(APA/dpa)

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