RZB und Erste Group erfüllen Auflagen der Aufsicht locker

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Für 90 europäische Großbanken gelten strengere Kapitalquoten. Österreichs Institute haben die Bedingungen „mehr als erfüllt“, sagt die FMA. Das war nicht in allen Ländern so.

Wien/Höll. Die Europäische Bankenaufsicht EBA hat 90 EU-Großbanken vorgeschrieben, bis Anfang Juli die Kernkapitalquote auf neun Prozent zu erhöhen. Am Mittwoch wurde das Ergebnis präsentiert. Das Positive vorweg: Die beiden österreichischen Institute, die von der Regel betroffen sind, haben die Bedingung übertroffen.

Wie die Finanzmarktaufsicht in Wien mitteilte, kommen Erste Group und Raiffeisen Zentralbank nun auf eine Quote von über 9,5 Prozent. Beide Institute haben dies ohne weitere Staatshilfe geschafft.

Das war nicht in allen Ländern so: Bei sieben Finanzkonzernen musste der Steuerzahler mit in Summe 9,4 Mrd. Euro einspringen. Dabei handelt es sich um drei Banken aus Portugal, zwei aus Zypern, eine aus Slowenien und eine aus Italien. Dann gibt es noch drei Institute, die Zusagen für öffentliche Mittel haben. Für die griechischen Banken galt das Programm nicht, auch die spanische Problembank Bankia wurde separat behandelt.

Mit den strengeren Auflagen will die Aufsicht das Vertrauen in den Finanzsektor wiederherstellen. Mit den höheren Kapitalquoten sollen die Institute besser für künftige Krisen gewappnet sein. Laut Angaben der EBA haben Europas Großbanken innerhalb von 18 Monaten den Kapitalpolster um 230 Mrd. Euro aufgefüllt. In diesem Betrag sind auch die Rettungspakete für die spanische und griechische Finanzbranche enthalten.

Banken reduzierten Risken

Bei den beiden österreichischen Banken liefen in den vergangenen Monaten umfassende Programme, um die Bedingung der Aufsicht zu erfüllen. Ende des Vorjahres fehlten der RZB 2,127 Mrd. Euro und der Erste Group 743 Mio. Euro. Um auf die neun Prozent zu kommen, wurden Risken reduziert, Eigenmittel in anrechenbares Kernkapital umgewandelt. Weiters wurden stille Reserven gehoben und Gewinne einbehalten.

Die Bank Austria wurde von der Aufsicht nicht extra unter die Lupe genommen. Sie ist in den Berechnungen der italienischen Mutter, UniCredit, enthalten– auch diese schaffte die Hürde problemlos. Das EBA-Programm hätte ursprünglich auch für die Volksbanken AG gelten sollen. Doch nach dem Verkauf der Ost-Tochter ist die ÖVAG keine international tätige Großbank mehr.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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