Geldanlegen mit kirchlichem Sanktus

(c) Hypo
  • Drucken

Die Privatbank Schelhammer & Schattera meldet ein leichtes Plus beim Ethiksparen. Neben dem bereits 2011 vorgestellten Ethiksparbuch bietet man nun auch Ethiktermineinlagen und Ethikfestgelder an.

Wien/Es. Der Markt für ethische Investments ist in Österreich mit drei bis fünf Prozent der Veranlagungen noch relativ überschaubar. „Wir haben immer noch mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass ethische Veranlagungen auf Kosten der Rendite gehen“, sagte Michael Martinek, Vorstandsvorsitzender des Bankhauses Schelhammer & Schattera, gestern bei der Präsentation der Halbjahresbilanz. Das Bankhaus konnte den Anteil ethisch verwalteter Gelder 2012 weiter steigern. Mit einem Volumen von 485 Mio. Euro ist der Anteil im ersten Halbjahr um 50 Mio. gewachsen.

Neben dem bereits 2011 vorgestellten Ethiksparbuch bietet man nun auch Ethiktermineinlagen und Ethikfestgelder an. Mit einem leichten Wachstum von 0,6 Prozent bei den ethischen Spareinlagen liege man derzeit über dem Marktschnitt. Die Termineinlagen wurden hingegen bei institutionellen Kunden bewusst zurückgenommen.

Weder Abtreibung noch Pornos

Bei der Auswahl für Ethik-Fonds-Portfolios setzt die Bank einerseits auf das Ausschlussverfahren, andererseits auf das „best in class“-Prinzip. Die Ausschlusskriterien definiert ein hauseigener Ethikbeirat, der in wesentlichen Punkten den Vorgaben der österreichischen Bischofskonferenz folgt. Ausgeschlossen werden etwa Pharmafirmen, die Medikamente zur Durchführung von Abtreibungen entwickeln, Unternehmen, die embryonenverbrauchende Forschung betreiben, Produzenten von pornographischem Material oder Anbieter von „besonders kontroversen Formen des Glücksspiels“.

Pikantes Detail: Schelhammer & Schattera ist mit einem nicht genau bezifferten Anteil von „unter zehn Prozent“ an den Casinos Austria beteiligt. Ein Ausstieg sei „mittelfristig“, in fünf bis zehn Jahren, geplant. Der Rückzug sei wegen der vielen Einzelbeteiligungen aber nicht von einem Tag auf den anderen möglich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.