Schnellauswahl

Khamenei: "Iran ist jetzt 100 Mal stärker als zuvor"

Khamenei Iran jetzt staerker
Der oberste geistliche Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei(c) EPA (ABEDIN TAHERKENAREH)
  • Drucken

Irans geistliches Oberhaupt wettert gegen den Westen und das Ölembargo der EU. Sein Land habe bisher stets Auswege aus der Sanktionsmaschinerie gefunden.

Der oberste geistliche Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, will den westlichen Sanktionen "entschieden entgegentreten". Er verurteilte er die Verschärfung der Strafmaßnahmen wegen der umstrittenen Urananreicherung gegen sein Land seit 1. Juli. "Wir, die starke, liebenswürdige und tapfere iranische Nation, haben sämtliche Sanktionen überstanden und sind aus ihnen gestärkt hervorgegangen", betonte er am Mittwoch. "Der Westen kommt sich mit seinen Sanktionen so sensationell und allmächtig vor. Doch in Wirklichkeit impft er uns damit mit dem Gegengift. Der Iran ist nun 100 Mal stärker als zuvor".

Der Hintergrund der harten Worte Khameneis: Die EU hat gegen den Iran seit 1. Juli ein Ölembargo verhängt, da sie Teheran verdächtigt, unter dem Deckmantel eines friedlichen Atomprogramms an Nuklearwaffen zu arbeiten. Auch ist es europäischen Versicherern seither verboten, iranische Tankschiffe zu versichern. Das trifft die Achillesferse der iranischen Wirtschaft, die zu einem bedeutenden Teil von den Öleinnahmen lebt. Rund 18 Prozent der Öleinnahmen stammten aus Europa. Die Perser versuchen diese Einnahmeverluste nun durch Ersatzpartner in Asien zu kompensieren.

Erschwerend kommt hinzu, dass sämtliche relevante iranische Banken seit dem 17. März keine internationalen Transaktionen mehr durchführen können. Die iranische Bevölkerung hat deswegen mit einer Teuerungswelle und steigenden Arbeitslosenzahlen zu kämpfen.

"Feinde haben nicht die geringst Chance"

Kritik an den westlichen Sanktionen kam auch von Irans zweitmächtigstem Mann, Ex-Präsident Ali Akbar Hashemi Rafsanjani. Er meinte, dass der Westen sich mit seiner Sanktionspolitik selbst schade, da der Iran es seit Beginn der Islamischen Revolution 1979 immer verstanden habe, Auswege aus der Sanktionsmaschinerie zu finden.

"Was wir in diesen schwierigen Zeiten brauchen, ist eine nationale Einheit zwischen Führungsriege und der Bevölkerung, damit die äußeren Feinde des Iran sehen, dass sie nicht die geringste Chance gegen uns haben. Außerdem werden wir die anderen Exporte, die nichts mit dem Öl zu tun haben forcieren, damit wir in kein Abhängigkeitsverhältnis kommen", so Rafsanjani.

(APA)