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Klimawandel: Mehr Dornfingerspinnen in der Steiermark

Dornfingerspinne
(c) APA/JOHANNES GEPP/NATURSCHUTZBUN (JOHANNES GEPP/NATURSCHUTZBUND)
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Die hohen Temperaturen im Sommer begünstigen die Population der Dornfingerspinne, die auch Menschen beißen können.

Wegen des heißen Sommers gibt es dieses Jahr mehr gelb-roten Dornfingerspinne als üblich im Südosten der Steiermark. Sie kann bis zu fünf Zentimeter groß werden und ist eine der wenigen Landspinnen Mitteleuropas, die Menschen beißen können. "Der Biss ist zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlich", entwarnt Johannes Gepp, Leiter des Instituts für Naturschutz in Graz. 

Die hohen Temperaturen im Sommer, 2,5 Grad über dem Durchschnitt, begünstigen die Population der Spinnenart. "Die Spinne ist dort bereits recht häufig anzutreffen und es werden auch Bisse vorkommen", erklärt Gepp. Trotzdem besteht kein Grund zur Panik, denn der Biss der Spinne ist mit einem Wespenstich vergleichbar, wobei der Schmerz nach einer Stunde wieder vergeht. In seltenen Fällen gab es bereits anhaltende Schmerzen bis zu drei Tage - dann rät Gepp zu einem Arztbesuch.

Den Biss einer Dornfingerspinne erkennt man an zwei je fünf bis zehn Millimeter auseinanderliegenden Bissmalen. Zwar sind bisher keine allergischen Reaktionen bekannt, jedoch kann es mitunter zu Herzrasen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Zur Schmerzlinderung reicht die Kühlung der Bissstelle mit Wasser oder Eis.

Im Sommer zwischen Juli und August sind die weiblichen "Ammen-Dornfinger" am bissigsten, da sie ihren Nachwuchs verteidigen. "Die männlichen Exemplare der Spinnenart sind eher beißfaul", so Gepp.

Bisswahrscheinlichkeit 1 : 1 000 000

Die Wahrscheinlichkeit für einen Biss liegt laut Gepp bei 1:1 Million pro Saison. Die ohnehin geringe Chance, gebissen zu werden, beschränkt sich vorwiegend auf die Nacht, denn die Spinne ist nachtaktiv und hält sich tagsüber in einem Kokon auf. Trotzdem erwartet man mehrere "Opfer" dieses Jahr.

Landwirte, Jäger, Fischer und Straßenarbeiter sind die am meisten gefährdeten Personengruppen, da ihre Tätigkeitsbereiche im Lebensraum der Spinne liegen. Denn die durch ihre gelb-rötliche Färbung auffällige Spinnenart kommt vor allem in baumlosen, trockenen, dicht verwachsenen Hochstaudenfluren vor, wie etwa Ufergürtel oder am Straßenrand.

Bereits sehr Jahrzenten ist der gelb-rötlich gefärbte "Dornfinger" in Österreich heimisch. Diese Art stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist ein Beweis für die Klima-Erwärmung. "Die Spinne zeigt, wo es wärmer wird", sagt Gepp. Im Jahr 2006 genoss das Tier hohe mediale Präsenz. Daraufhin meldeten sich an einem Tag 190 ängstliche Personen, die befürchteten, einen Spinnenbiss abbekommen zu haben. Tatsächlich wurden in diesem Jahr aber nur insgesamt acht Bisse registriert.

(APA)