Der Sportartikelhandel hält sich beim Einkauf von Alpinskiern zurück. Fischer und Blizzard fahren gegen den Trend.
WIEN. Im Sportartikelhandel hat der Winter begonnen. Die Händler decken sich mit Ski ein. Doch sie tun dies mit Zurückhaltung. Die Skihersteller haben laut einer GFK-Studie um 6,9 Prozent weniger Alpinski im Vorverkauf abgesetzt. "Die Zeiten sind vorbei, in denen der Handel im Sommer seine Lager gefüllt hat", betont Ernst Aichinger, Sprecher des Sportartikelhandels in der Wirtschaftskammer. Die Händler bestellen immer später. Schließlich sei auch der Kunde immer kurzentschlossener.
Trotzdem gilt der Vorverkauf als erste Zwischenzeit für die Skihersteller. Und während Marktführer Atomic, Head, Rossignol oder Salomon lauf GFK zweistellige Vorverkaufs-Rückgänge hinnehmen mussten, katapultierten sich Fischer und Blizzard heuer sehr schnell aus dem Starthaus. Der oberösterreichische Skihersteller Fischer hat nach eigenen Angaben per Ende August 92.000 Paar Ski abgesetzt. "Das sind um 13,8 Prozent mehr als im Vorjahr", berichtet Gregor Dietachmayr, Geschäftsführer von Fischer.
Ein Grund für den guten Saisonstart sei auch das verstärkte Engagement im Spitzensport. "Viele Skifahrer identifizieren sich gerne mit der Marke des Siegers", sagt Dietachmayr. Und deshalb sei das Budget in Sachen Weltcup stark erhöht worden.
790.000 Paar Alpinski hat Fischer in der vorigen Saison verkauft, 500.000 Paar trugen den Namen Fischer. 120.000 Paar Ski wurden in Österreich abgesetzt. Damit blieb Fischer unter den eigenen Erwartungen. In Österreich ist Fischer hinter Atomic die Nummer zwei bei Alpinski.
Um den 3. Platz raufen sich Head und Blizzard. In der Blizzard-Zentrale im Salzburger Mittersill meint Marketingleiter Thomas Rakuscha: "Wir sind sehr zufrieden." Blizzard liege bei den Vorbestellungen um 13 Prozent über den Vorjahreszahlen. Die Salzburger setzten letzte Saison 350.000 Paar Ski ab, 75.000 in Österreich. Vor allem in Deutschland gebe es enorme Zuwächse.
Die Skibranche befindet sich im Umbruch. Der finnische Amer-Konzern, zu dessen Reich Atomic zählt, hat Salomon gekauft. Der französische Skihersteller Rossignol wurde vom US-Konzern Quiksilver, die deutsche Marke Völkl vom US-Konkurrenten K 2 geschluckt. Die Konsolidierung bekommt auch Fischer zu spüren. Denn Fischer und Salomon kooperieren derzeit: Fischer baut für Salomon Alpinski, Salomon baut für Fischer Langlauf-Bindungen. Diese Zusammenarbeit wird in zwei Jahren ein Ende haben.
Zum Sportartikelhandel: Im Winter werden im österreichischen Sportartikelhandel etwa eine halbe Million Paar Ski verkauft werden, so Aichinger. Es wird mehr Innovation, also bessere Ski zum gleichen Preis geben." Die Trends sieht er jedoch in anderen Bereichen. "Nordic Walking wird auch im Winter attraktiver."