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Proteste in Spanien: Polizei setzt Gummigeschoße ein

Proteste Spanien Polizei setzt
Proteste in Spanien(c) EPA (KOTE RODRIGO)

In Spanien haben Hunderttausende gegen die jüngsten Sparbeschlüsse der Mitte-Rechts-Regierung demonstriert. Die Sicherheitskräfte gingen mit Schlagstöcken auf die Protestierenden los.

Die spanische Polizei hat in der Nacht zum Freitag in der Hauptstadt Madrid Gummigeschoße gegen Teilnehmer eines Massenprotests gegen neue Sparmaßnahmen eingesetzt. Zudem trieb sie am Abend am zentralen Platz Puerta del Sol kleinere Gruppen von Demonstranten mit Schlagstöcken auseinander, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Angaben über Verletzte oder Festnahmen lagen zunächst nicht vor.

Bei einer Großdemonstration in Madrid hatten hunderttausende Spanier gegen die neuen Sparmaßnahmen der Regierung protestiert. Die Demonstranten versammelten sich unter dem Motto "Sie wollen das Land ruinieren, das müssen wir verhindern" im Zentrum der Hauptstadt. Die großen spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT hatten zu Protesten in mehr als 80 spanischen Städten aufgerufen.

Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte vor einer Woche ein neues Paket angekündigt, mit dem der Haushalt bis Ende 2014 um 65 Milliarden Euro entlastet werden soll. Unter anderem sollen die Mehrwertsteuer von 18 auf 21 Prozent angehoben und die Arbeitslosenhilfe gekürzt werden. Spanien hatte am 25. Juni offiziell Hilfe aus dem Euro-Hilfsfonds EFSF für seine Banken beantragt. Am Donnerstag hatte das spanische Parlament dem Sparpaket schließlich zugestimmt - zum Ärger der Bevölkerung.

Hinzu kam, dass der deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit den Weg für Milliarden-Hilfen zur Sanierung der Geldhäuser freimachte. Allerdings bleibt das südeuropäische Land am Rentenmarkt unter Druck: Bei einer Auktion längerlaufender Papiere musste Spanien deutlich höhere Zinsen zahlen als zuvor.

 

(APA)