Schlechte Nachricht für Globetrotter: Der australische Dollar ist zum Euro so stark wie nie zuvor. Der Höhenflug lässt aufhorchen.
Frankfurt/Reuters. Es ist eine schlechte Nachricht für alle, die heuer einen Australien-Urlaub planen. Freuen können sich dagegen jene, die Aktien aus „Down Under“ besitzen: Der australische Dollar ist gegenüber dem Euro so teuer wie nie zuvor. Am Freitag kostete ein „Aussie-Dollar“ rund 0,85 Cent. Umgekehrt erhält man für einen Euro nur mehr 1,18 Dollar.
Seit Jahresbeginn hat sich die Währung gegenüber dem Euro um rund fünf Prozent verteuert. Ende 2008 kostete ein Euro noch zwei australische Dollar. Der Höhenflug lässt aufhorchen, denn die australische Wirtschaft und damit die Landeswährung gelten als stark abhängig von den Rohstoffpreisen. Diese befinden sich wegen der wachsenden Konjunktursorgen aber auf Talfahrt. Analysten finden daher andere Gründe für den Erfolg der Währung: „In Australien erhält man eine bessere Verzinsung, außerdem sind die Staatsschulden geringer als in der Eurozone“, erklärt Antje Praefcke von der Commerzbank.
Ob es schon zu spät ist, in die Währung einzusteigen? „Anleger hätten im Mai oder besser noch früher kaufen sollen. Man kann davon ausgehen, dass die Währung fest bleibt“, so die Expertin. Das liegt zum Teil auch an der australischen Notenbank, die zuletzt beschlossen hat, den Leitzins von 3,5 Prozent nicht zu verändern. Man müsse aber auf die Lage in China achten, denn das Reich der Mitte ist der wichtigste Abnehmer für Australiens Bodenschätze.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2012)