Sommer. Nur Wien und Burgenland legten bei Nächtigungen zu.
WIEN. Der Sommer, der angeblich keiner war, brachte den Fremdenverkehrsregionen zum Teile starke Rückgänge bei den Nächtigungen, jedoch ein kleines Plus bei den Gästen. Nur im August kamen auch weniger ausländische Urlauber nach Österreich als im Vorjahr.
Besonders betroffen davon ist Kärnten. Das Land verzeichnete im August um fünf Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr, berichtet die Kärnten Werbung. Vor allem Camping-Urlauber, die für den Sommertourismus im südlichsten Bundesland nach wie vor eine wichtige Gästegruppe darstellen, flüchteten vor dem Regen in südlichere Gefilde.
In Vorarlberg erwarten die Tourismusexperten ein Minus bei den Nächtigungen von bis zu acht Prozent. Dies sei auf die schweren Unwetter und Überschwemmungen im August zurückzuführen. In Oberösterreich gingen die Nächtigungen um 5,9 Prozent zurück, berichtet Sabine Günterseder von der Oberösterreich Werbung.
Nur Wien und das Burgenland konnten im August eine positive Nächtigungsbilanz vorweisen. Wien-Tourismus-Chef Karl Seitlinger spricht von einem "beachtlichen Zuwachs", will aber nicht "allzu euphorisch" sein. Ein Nächtigungsplus von 4,9 Prozent im August scheint für die Hauptstadt das Normalste der Welt zu sein. In den ersten sechs Monaten machte die Wiener Hotellerie knapp 195 Mill. Euro Umsatz bei den Nächtigung. Das sind 9,6 Prozent mehr als 2004. Seitlinger rechnet heuer mit 8,6 Mill. Gästenächtigungen.
Ebenfalls positive Bilanz zieht Elisabeth Gubits von der Burgenland Werbung. 4,4 Prozent mehr Nächtigungen im August, 6,4 Prozent mehr Gäste.
"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", meint hingegen Fabienne Edenhauser-Riede von der Tirol Werbung. Die Nächtigungen gingen im Vormonat um 1,7 Prozent zurück. Der August macht in Tirol 30 Prozent des Sommertourismus aus. Letztlich zählt auch im Tourismus, was am Ende in der Kassa ist. Und die Umsätze werden laut Tirol Werbung um 4,5 Prozent steigen.
Damit bestätigen die Tiroler Daten ziemlich genau jene Prognose, die der Tourismus-Experte des Wifo, Egon Smeral, zu Beginn des Sommers erstellt hat. Er ging österreichweit von einem Umsatzplus gegenüber der Sommersaison 2004 von vier bis 4,5 Prozent aus. Selbst nach dem verregneten August sieht Smeral keinen Grund, seine Berechnungen zu revidieren.
In Tirol ist die Tirol Werbung über die Umsatz-Statistik jedoch nicht glücklich. "Den Berechnungen liegen die Katalogpreise zu Grunde", sagt Edenhauser-Riede. Wenn die Buchungslage nicht rosig ist, dann gewähren die Hotels jedoch erhebliche Preisnachlässe. Diese Preisnachlässe seien in der Umsatz-Statistik nicht berücksichtigt.