Schnellauswahl

Keine Hilfe mehr für Griechenland

Der Internationale Währungsfonds muss seine Drohungen in die Tat umsetzen.

Vor einem Monat haben die Griechen bei den Parlamentswahlen für den Verbleib in der Eurozone gestimmt, jetzt geht das Tauziehen schon wieder von vorn los. Um über die Runden zu kommen, braucht Griechenland im August und September die nächste Geldspritze von 12,5 Mrd. Euro. Dabei haben die wechselnden Regierungen in Athen bislang zwei Drittel der zugesagten Sparvorgaben nicht umgesetzt.

Kein Wunder, dass nun der Internationale Währungsfonds die Hilfe für das südeuropäische Krisenland stoppen will. Solche Androhungen gab es bereits in der Vergangenheit, doch jetzt sollten sie in die Tat umgesetzt werden. Wie oft wollen die Euroländer und der IWF noch nachgeben? Was muss passieren, bis sie endlich einen Schlussstrich ziehen?

Ein Euro-Austritt Griechenlands würde auf den Finanzmärkten längst keine Panik mehr auslösen. Die internationalen Großbanken haben die Hellas-Bonds längst abgeschrieben. Einzig die Europäische Zentralbank (EZB) hält noch viele griechische Anleihen, doch auch eine Rekapitalisierung der EZB wäre für die Euroländer leistbar. Die internationalen Kreditgeber müssen mit ihrer Drohung Ernst machen. Sonst verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit.

 

christian.hoeller@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2012)