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Terrorwelle im Irak: 104 Tote nach Anschlagsserie

Blutigster Irak Tote nach
(c) REUTERS (STRINGER/IRAQ)
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Bei 27 Attentaten in 28 Städten gab es mehr als 220 Verletzte. Allein in und um Bagdad wurden sechs Explosionen gezählt, darunter ein Autobombenanschlag und ein Selbstmordattentat.

Nach offiziellen Angaben sind bei einer Anschlagserie im Irak am Montag mindestens 104 Menschen getötet worden. Mehr als 220 Menschen wurden bei insgesamt 27 Attentaten in 18 Städten, darunter die Hauptstadt Bagdad verletzt, wie die irakischen Behörden mitteilten. Damit handle es sich um den blutigsten Tag seit mehr als zwei Jahren.

Allein in und um Bagdad wurden sechs Explosionen gezählt, darunter ein Autobombenanschlag und ein Selbstmordattentat. Auch in der nordirakischen Stadt Kirkuk explodierten vier Autobomben.

Die schwersten Angriffe richteten sich demnach gegen Militärstützpunkte in den Städten Douluiyah und Taji. Weitere Anschläge gab es den Angaben zufolge in Bagdad, Saadiyah, Khan Beni Saad, Kirkuk, Touz Khourmatou und Dibis.

Bekannt hat sich zu der Anschlagserie bisher niemand. Allerdings hatte der Chef des al-Qaida-Zweigs Islamischer Staat im Irak (ISI), Abu Bakr al-Bagdadi, bereits am Samstag in einer Audio-Botschaft aufgerufen, "Richter und Staatsanwälte auszulöschen" und inhaftierte Aktivisten zu befreien. In dem Online-Statement kündigte al-Bagdadi zudem den Start der Aktion "Wänder Niederreißen" an, wie das Onlineportal "news24" berichtete.

(c) AP/Karim Kadim

Die sunnitische Stämme im Irak rief al-Bagdadi auf, ihre Männer anlässlich der Rückkehr von al-Qaida "in jene Regionen die sie einst verlassen hatte" - eine Anspielung auf die Gebiete, aus denen die ISI 2007 und 2008 von schiitischen Milizen und US-Truppen verdrängt worden war - zur Unterstützung zu schicken.

16 Tote am Wochenende

Erst am Sonntag sind bei den schwersten Anschlägen seit zwei Wochen mindestens 16 Menschen getötet und 75 verwundet worden. Die Anschläge ereigneten sich in Städten südlich der irakischen Hauptstadt. Die Gewalt im Irak liegt deutlich unter dem Niveau von 2006 und 2007, hat in jüngster Zeit aber wieder zugenommen.

Der Irak befindet sich derzeit in einer schweren politischen Krise, die von konfessionellen Spannungen geprägt ist.

(APA/AFP)