Bis vor wenigen Jahren war die Kolumbianerin Sofía Vergara nur dem Latinopublikum bekannt. Nun gilt sie laut der neuesten Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ als bestverdienende TV-Schauspielerin.
Normalerweise, könnte man meinen, verhält es sich mit der Frisur der Hollywood-Ankömmlinge so: Sie landen taufrisch in Los Angeles und werden sogleich blond. Bei Sofía Vergara war es umgekehrt – als die blonde Kolumbianerin, nach Hollywood kam, musste sie erst einmal brünett werden. Mit blonden Südamerikanerinnen, so die 40-Jährige in einer Talkshow, konnte der Norden des Kontinents noch nicht sehr viel anfangen.
Vergara beugte sich dem Frisurendiktat – und hegt und pflegt seither das Latino-Image, gefällt sich in der Rolle des Sexsymbols (Spitzname: Sofía Viagra), und ihr Englisch mit spanischem Akzent gibt dem Publikum den Rest: Laut der neuesten Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ ist Vergara mit 19 Millionen Dollar frisch auf dem Konto die bestbezahlte TV-Schauspielerin des vergangenen Jahres (auf den zweiten und dritten Platz haben es die Schauspielerinnen Kim Kardashian und Eva Longoria geschafft). „Modern Family“ heißt die Serienkomödie rund um Vergara und ihren Film-Mann Ed O'Neill (hierzulande besser bekannt als Pantoffelheld Al Bundy aus „Eine schrecklich nette Familie“), die seit drei Jahren erfolgreich im Sender ABC ausgestrahlt wird.
Die Abenteuer der Patchwork-Familie Delgado-Pritchett wurden bisher für die prestigeträchtigsten Preise nominiert und teilweise ausgezeichnet: Golden Globe, Emmy, Writers Guild of American Award. Auch Vergara hat mittlerweile ein paar Trophäen im Regal stehen. Dabei ist ihre Nobilitierung in den VIP-Stand noch gar nicht so lange her – in den USA zumindest. In Lateinamerika ist Vergara bereits länger als Moderatorin und Model bekannt. Für „Pepsi“ drehte sie mit 17 Jahren ihren ersten Werbespot – rund zwanzig Jahre später erscheint die Schauspielerin nun erneut in einer „Pepsi“-Werbung, diesmal mit dem nicht minder werbetüchtigen Fußballstar David Beckham.
Es sind genau diese Werbeauftritte, die Vergaras Geldbörse im vergangenen Jahr merklich aufgefüllt haben: „Burger King“, „K-Mart“ (Bekleidung), „CoverGirl“ (Kosmetik), „Comcast“ (Kabelnetzbetreiber) und „State Farm“ (Versicherung) haben bereits mit der Kolumbianerin geworben. Dabei habe sie nach dem ersten „Pepsi“-Werbespot Gewissensbisse bekommen, wie Vergara in der TV-Show „Lopez Tonight“ erzählte. Für freizügige Auftritte – im Werbefilm hüpft sie im Bikini der Pepsi-Dose entgegen – sei sie ja viel zu katholisch erzogen worden. Später aber brach sie ihr Studium der Zahnmedizin zugunsten ihrer Fernsehkarriere ab, erkrankte an Schilddrüsenkrebs, den sie aber besiegen konnte.
Vergaras Umzug in die USA soll indessen kein karrieretechnischer Schritt gewesen sein: Ende der 1990er-Jahre wurde einer ihrer Brüder während eines Kidnappingversuchs in Bogotá ermordet – deswegen zog die Familie in die USA. In Miami angekommen, moderierte Vergara zunächst eine TV-Show, bis ihr schließlich der Durchbruch mit „Modern Family“ gelang.
Mit ihrer Rolle als Gloria Delgado-Pritchett könne sie sich durchaus identifizieren, sagt sie. Denn wie Gloria sei auch sie Emigrantin und Mutter eines Sohnes. Und: Wie in der Serie wird Vergaras Sohn (20) bald einen Stiefvater bekommen: Die Schauspielerin und der Geschäftsmann Nick Loeb haben kürzlich ihre Verlobung verkündet.
Sofía Vergara wurde 1972 in Barranquilla, Kolumbien, geboren. Mit 17 wirkte sie zum ersten Mal in einem TV-Spot für „Pepsi“ mit, später wurde sie Moderatorin und Schauspielerin. Der Durchbruch in den USA gelang ihr mit der Rolle als Gloria Delgado-Pritchett in der Serienkomödie „Modern Family“. Derzeit wird die vierte Staffel produziert.