Die britische Wirtschaft ist im Frühling überraschend stark eingebrochen. Laut "Guardian" ist es die schlimmste "Double-Dip"-Rezession seit den 70ern.
Die britische Wirtschaft leidet immer stärker unter der Euro-Schuldenkrise. Sie ist ist im Frühjahr überraschend stark eingebrochen, teilte das Statistikamt am Mittwoch mit. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen April und Juni um 0,7 Prozent zum Vorquartal. Analysten hatten nur mit einem Minus von 0,2 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging das BIP um 0,8 Prozent zurück. Es war bereits der dritte Rückgang in Folge und der stärkste seit dem Höhepunkt der vorigen Rezession Anfang 2009. "Wir haben mit unseren eigenen Schulden zu tun und mit der Schuldenkrise im Ausland", sagte Finanzminister George Osborne.
"Nichts Gutes, was man ablesen könnte"
Ökonomen hatten wegen des 60-jährigen Thronjubiläums von Königin Elizabeth II. und eines zusätzlichen Feiertags bereits mit einer schwächeren Wirtschaftsleistung gerechnet, da ein Arbeitstag wegfällt. Das Ausmaß überrascht die meisten Fachleute jedoch. "Das sind schreckliche Daten", sagte Commerzbank-Analyst Peter Dixon. "Es gibt ehrlich gesagt nichts Gutes, was man daraus ablesen könnte."
Die britische Tageszeitung "The Guardian" schreibt im Internet, dass es sich um die schlimmste "Double-Dip"-Rezession seit Mitte der 1970er Jahre handelt. Damals belasteten Inflation und hohe Arbeitslosigkeit die Insel. Von einem "Double-Dip" ist immer dann die Rede, wenn die Wirtschaft nach einem kurzen Aufschwung erneut in die Rezession abtaucht.
(APA/Reuters/Red.)