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Konjunktur: Solides Wachstum – wenn der Euro hält

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Das Institut für höhere Studien (IHS) zeigt sich für Österreichs Wirtschaft vorsichtig optimistisch. Auf den Kopf gestellt würde die eigene Prognose allerdings, wenn Griechenland den Euro verlässt.

Wien/SAT. Österreichs Wirtschaft soll bis 2016 jährlich um durchschnittlich 1,7 Prozent wachsen. Das errechnete das Institut für höhere Studien (IHS) im Zuge seiner mittelfristigen Prognose, die am Donnerstag in Wien vorgestellt wurde. Für heuer erwartet das Forschungsinstitut ein Wachstum von 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung. In den kommenden vier Jahren soll es sich dann bei etwa zwei Prozent einpendeln. Deutlich schlechter die Prognose für die Eurozone: Hier rechnet das IHS mit durchschnittlich 1,1 Prozent Wachstum (siehe Grafik).

Freilich sind Prognosen unter den jetzigen Bedingungen oft wenig verlässlich. Das weiß man auch beim IHS. So könne man die politischen Entwicklungen der nächsten Jahre „nur schwer vorhersehen“, erklärt Direktor Christian Keuschnigg. Er geht in den Berechnungen davon aus, dass kein Land die Eurozone verlässt. Allerdings: Mit „großer Wahrscheinlichkeit“ könne man „nicht sagen, dass Griechenland in der Eurozone bleibt“. Die Chance sei etwa 50:50.

Wenn Griechenland seine Auflagen nicht erfülle, müsse man „grundsätzliche Entscheidungen treffen“, meint der Wirtschaftsforscher und spricht damit einen möglichen Austritt aus der Währungsunion an. Dies würde auch die Wachstumsprognose für Österreich auf den Kopf stellen. Ein „Worst-Case-Szenario“ für so einen Fall hat das IHS nicht berechnet. Jedoch könne man von einem Wirtschaftseinbruch ähnlich jenem nach dem Kollaps von Lehman Brothers 2008 ausgehen.

Um dieses Szenario zu vermeiden, müsse der künftige Rettungsschirm ESM notfalls auch Spanien und Italien im großen Stil unter die Arme greifen. Deshalb sei „im Krisenfall auch eine Bankenlizenz für den Hilfsfonds“ gerechtfertigt, befindet der IHS-Chef. Damit könnte sich der ESM – so wie Geschäftsbanken – Geld von der Europäischen Zentralbank leihen.

Kauft EZB wieder Staatsanleihen?

Deren Chef, Mario Draghi, sorgte am Donnerstag für Aufruhr an den Märkten. Die EZB sei „bereit, alles Nötige zu tun, um den Euro zu erhalten“, sagte er. Das löste Spekulationen aus, die Zentralbank werde weitere Staatsanleihen von Krisenländern aufkaufen. Derzeit hat die EZB Anleihen von Euroländern im Umfang von mehr als 200 Mrd. Euro in ihren Büchern.

Die Rendite auf spanische und italienische Anleihen ging daraufhin deutlich zurück. Zehnjährige spanische Papiere notierten wieder bei unter sieben Prozent.