Die Eier bei Billa stammten laut Beipackzettel vom Bauernhof Kreiseder. Doch der behauptet, nur Spar zu beliefern. Der Auftakt für einen Salzburger Eier-Handelskrieg.
WIEN. Angefangen hat alles, als in den Salzburger Billa-Filialen Eier auftauchten, die vom Bauernhof von Maria Kreiseder aus Lamprechtshausen im Flachgau stammen sollen. Doch am Bauernhof der Kreiseders gab es in der Zeit, in der die Eier laut Beipackzettel gelegt worden sind, angeblich gar keine Hühner. Zum fraglichen Zeitpunkt sei nämlich "umgestallt" worden, betont Bäuerin Kreiseder. Umstallen heißt: Aus Legehenne wird Suppenhuhn. Und die neuen Legehühner sind noch zu jung zum Eierlegen. Wer nun den Kreiseders die Eier gelegt hat, das ist mittlerweile Sache der Gerichte und Rechtsanwälte.
Die Eier von Billa sind "eine große Schweinerei", sagt Andreas Mösl, Obmann der Genossenschaft Salzburger Landei. Deshalb wurde geklagt. Seine Genossenschaft beliefert den größten Billa-Konkurrenten Spar. Und die Kreiseders liefern seit Jahren an Salzburger Landei und demnach auch an Spar. "Wir haben noch nie an Billa geliefert", sagt Maria Kreiseder zur "Presse".
"Wir gehen der Sache natürlich nach", betont Corinna Tinker, Sprecherin von Rewe Austria, der Konzernmutter von Billa. Im Visier der Billa-Nachforschungen steht Franz Hagler und seine "Wallseer Vollfrischeier". Hagler wickelt die Zulieferung der Eier an Billa ab. Billa holte von Hagler eine schriftliche Stellungnahme ein. Und diese Stellungnahme habe vorerst keinen Anlass zur Sorge gegeben, betont Tinker.
"Die Anschuldigungen von Salzburger Landei entbehren jeder Grundlage", sagt Hagler im Gespräch mit der "Presse". Er schaue einer möglichen Klage mit Gelassenheit entgegen. Und er könne auch beweisen, dass er regelmäßig Eier vom Hof der Maria Kreiseder bezog und noch immer bezieht. Auch wenn diese behauptet, dass sie nie an Billa geliefert habe. Die Crux an der Sache: Kreiseder liefere die Eier an die Firma Poringer, diese dann an Hagler, der die Eier schließlich an Billa weiter liefert.
Die Sache sei kompliziert, aber exakt nachvollziehbar, betont Franz Hagler. Auch den Vorwurf, die Eier könnten nicht vom Stall der Kreiseders stammen, weil zum fraglichen Zeitpunkt gar keine Hühner da waren, entkräftet Hagler. Er habe die Zeit der "Umstallung" mit alten Eiern überbrückt. Und ab Mitte Juni hätten die neuen Hühner wieder voll gelegt. Warum dann der ganze Eiertanz? "Da geht es offenbar um Politik", meint Franz Hagler zur "Presse". Mehr will er dazu nicht sagen.
Noch steht Aussage gegen Aussage im Salzburger Eier-Krieg. Eines dürfte aber feststehen: Das Geschäft mit rohen Eiern ist äußerst heikel. Vor allem, wenn ein Bauer - offenbar ohne es zu wissen - die beiden großen Konkurrenten in der Lebensmittelbranche, Billa und Spar, beliefert.