Romney: Präsidentschaftskandidat mit „Schlappschwanzfaktor“

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Mitt Romneys Auslandstour sorgt für Kontroversen. Schlagzeilen machten Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten in Jerusalem: Die USA sollten ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen.

Washington. Polen ist nach dem holprigen Auftakt in London und einem kontrovers kommentierten Auftritt in Jerusalem die letzte Station der Auslandsreise von Mitt Romney. Der republikanische Präsidentschaftskandidat flog am Montag nach Danzig. In der Hauptstadt Warschau stand für Dienstag ein Gespräch mit dem Staatspräsidenten Donald Tusk auf Romneys Tagesordnung. Zentraler Punkt des Danzig-Aufenthalts war ein Treffen mit Lech Walesa, dem Helden der Solidarność-Revolution und späteren Präsidenten.

Schlagzeilen machten Äußerungen von Romney in Jerusalem. Sie schienen geeignet, eine Attacke daheim in den USA zu konterkarieren: Über den „Schlappschwanzfaktor“ des Kandidaten räsoniert auf seinem Titel das Magazin „Newsweek“. Romney sei ein Umfaller und gehe immer den Weg des geringsten Widerstands. Diese Unterstellung passt nicht so recht zu Romneys Forderung, die USA sollten ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Zunächst hatte Romney bekräftigt, Jerusalem sei „Israels Hauptstadt“. Das entspricht der außenpolitischen Linie Washingtons. Doch Romney ging in einem CNN-Interview weiter. „Eine Nation hat die Möglichkeit, ihre eigene Hauptstadt zu wählen, und Jerusalem ist Israels Hauptstadt.“ Und: „Ich denke, es ist seit Langem die Politik, unsere Botschaft letztlich in der Hauptstadt der Nation, Jerusalem, zu haben.“

In Jerusalem nur Konsulat

Israels Regierung fordert seit Langem, dass die Botschaften an den Regierungssitz umziehen. Doch dieser Aufforderung ist wegen des Widerstands der Palästinenser und der muslimischen Gemeinschaft bisher kein Staat gefolgt. Die USA unterhalten in Jerusalem nur ein Konsulat für Visaangelegenheiten.