Gore Vidal galt als scharfzüngiger Kritiker der US-Politik. In der Amtszeit von Präsident George W. Bush setzte er sich für dessen Absetzung ein.
Es gibt nur wenige Politiker, die Gore Vidal nicht mit seiner Feder aufgespießt hat. Dem früheren US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt warf er vor, den Angriff der Japaner auf Pearl Harbor vorsätzlich provoziert zu haben. In der Amtszeit von George W. Bush setzte er sich aktiv für die Absetzung des Präsidenten ein. Gore Vidal, der am Dienstag (Ortszeit) in seinem Haus in den Hollywood Hills nahe Los Angeles an einer Lungenentzündung starb, war ein brillanter Provokateur, Romancier, Eassayist, Dramatiker und Drehbuchautor.
Der US-Schriftsteller und Drehbuchautor Gore Vidal ist nach Angaben seiner Familie am Dienstag (Ortszeit) in seinem Haus in den Hollywood Hills nahe Los Angeles 86-jährig gestorben, berichtete die "Los Angeles Times".
"Er hat Durchblick, ist witzig und schreibt unglaublich klar", räumte der Kritiker Martin Amis einmal ein. Scharfzüngig und oft auch zynisch nahm Vidal die Gesellschaft seiner Heimat aufs Korn. Dabei stammte er selbst aus der High Society, war entfernt mit dem Kennedy-Clan verwandt. In seinen Büchern und Aufsätzen geißelte er die USA als "Imperium", expansionsbeflissen, kriegslüstern, raffgierig und in vieler Hinsicht dem Römischen Reich ähnlich.
"Ben Hur" und die Politik
Gore Vidal starb dem Zeitungsbericht zufolge an einer Lungenentzündung. Der Schriftsteller schrieb Sachbücher und Romane, außerdem Drehbücher und Theaterstücke. So stammt zum Beispiel das Drehbuch für den Oscar-gekrönten Kinoklassiker "Ben Hur" von Vidal. Nebenbei betätigte er sich auch selbst als Schauspieler und versuchte es in der Politik. Seine politische Karriere scheiterte aber trotz vieler Anläufe und der wohlwollenden Unterstützung von John F. Kennedy.
Die anderen sind egal
Vidal galt als einer der intelligentesten amerikanischen Autoren, der auch gerne provozierte. "Stil ist zu wissen, wer du bist und was du zu sagen hast, und dich nicht darum zu kümmern, was andere denken", soll er einmal gesagt haben. Die "Los Angeles Times" bezeichnete ihn als "herrischen Störenfried des nationalen Gewissens".
(APA/dpa)