Ein befremdliches Stück aus Südafrika über die Freiheit

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Uraufführung der Salzburger Festspiele: TickTock Productions zeigt mit „Trapped“ eine eigenwillige Revue mit simplem Text.

Die Bühne des Republic sieht wie eine Baustelle aus, mit Leitern, Gerüsten, Plastikplanen. Laut Magazin des „Young Directors Project“ der Salzburger Festspiele ist das Set ein verlassenes Museum, in dem das Stück der Südafrikanerin Princess Zinzi Mhlongo spielt. Sie hat als Auftragswerk ein englischsprachiges Drama geschrieben. „Trapped“ war am Dienstag der erste Wettbewerbsbeitrag. Siegerqualitäten hat dieses Gesellenstück von 65 Minuten nicht. Dazu ist es literarisch zu flach und wird von den fünf Darstellern der TickTock Productions bei all ihrem Enthusiasmus zu amateurhaft gespielt.

Mhlongo hat im Vorfeld betont, dass sie mit ihren Projekten Geschichten erzählen wolle. Dafür gibt es in Südafrika große Traditionen. Was aber mit „Trapped“ geboten wurde, waren eher singuläre Charaden als ein zusammenhängender Plot. Es gehe um die Freiheit in modernen, weltoffenen Zeiten, hieß es, doch wie äußert sich das auf der glitzernden Bühne? Die Revue befremdet mit generalisierender Beliebigkeit.

Eine Dame im weißen Reifrock, die wie alle unter dem Gewand eine Ganzkörperhülle aus schwarzem Plastik trägt, singt auf einem Podest: „The train is coming“. Ihr Rücken ist durch Drähte mit zwei vermummten Figuren verbunden. Diener? Wächter? Ameisen? „Take me home“, sagt sie. Die Dame wird in die Drähte gewickelt, wieder ausgewickelt. „Open the doors!“ Schon wird sie hinter die Plastikvorhänge abtransportiert, und die nächste singende Dame wird herangekarrt. Nun hat Miss „Plain and Simple“ ihren großen Auftritt, wallend und mit pathetischer Rede. Es geht um die Wahl, die man fällt, um Ordnung: „The doors will be opened for people that are patient.“ Sie wird weggekarrt...

Die nächste symbolische Botschaft: Drei Türen bilden ein winziges Verlies. „Please, let me out!“ Eine männliche Diva entsteigt den Türen, wird bald wieder eingeschlossen. Zwei Soldaten reden vom Töten und Totsein. Die Starken fressen die Schwachen, sagt ein General. Man sieht ein Zwillingspaar, durch einen Schlauch verbunden. Die Elefantenmädchen wollen abnehmen, eine will sich trennen. Eine Dame mit skurrilen Trichterbrüsten und ein Tänzer mit Stock in hellem Anzug treten auf. Es geht um Botox, Implantate, Glamour: „I wanna be a star! Life is a stage!“ Freilich! Aber reichen dazu bloße Verlautbarungen wie „Open the doors of freedom!“ oder Sentenzen wie „Time heals all the wounds“? Gut gemeint ist nicht unbedingt gut.