Die Ratingagentur hat 15 italienische Geldhäuser herabgestuft. Italien drohe eine tiefere Rezession als zunächst erwartet, erläuterte S&P den Schritt.
Die Ratingagentur Standard & Poor's verschärft den Druck auf Italiens Banken. Die Bonitätswächter senkten am Freitagabend die Bewertung für 15 Geldhäuser. Zur Begründung hieß es, die Rezession in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone könnte zu deutlichen Verlusten bei den Instituten führen. Italien wehrt sich trotz dramatisch hoher Zinsen gegen Spekulationen, als nächstes - und bislang größtes Land - Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm zu benötigen. Das ebenfalls um seine finanzielle Glaubwürdigkeit ringende Spanien verschärfte unterdessen sein Sparprogramm.
Italien drohe eine tiefere und längere Rezession als zunächst angenommen, erläuterte S&P den Vorstoß. Das erhöhe die Anfälligkeit für Kreditrisiken. Viele Banken haben riesige Bestände an italienischen Staatsanleihen in den Büchern. Sie gelten mitten in der Schuldenkrise als großes Risiko. Die Bewertung für die Bank Austria-Mutter UniCredit tastete S&P nicht an. Ihr Rating wurde ebenso bestätigt wie jenes von Intesa.
Zu den Geldhäusern, deren Kreditwürdigkeit die Bonitätswächter senkten, zählte aber unter anderem Monte dei Paschi di Siena, die von BBB auf BBB-Minus herabgestuft wurde. Damit ist die Bewertung nur noch eine Stufe vom spekulativen Bereich entfernt. Das Haus gilt als schwächstes in der Riege der Top-Banken des südlichen Euro-Landes und musste bereits Staatshilfen beantragen. Das Rating der fünftgrößten Bank Unione di Banche Italiane wurde um eine Note auf BBB herabgesetzt.
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(APA/dpa/AFP/Reuters)