Höhere Agrarpreise locken Anleger

Getreide im Sonnenuntergang
Getreide im Sonnenuntergangdpa/Daniel Reinhardt
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Agrarrohstoffe machen 1,7 Prozent des Gesamtmarktes an den Rohstoffbörsen aus.

Wien/Reuters/Red. Höhere Preise für Nahrungsmittel haben zuletzt mehr Anleger in Fonds auf Agrarrohstoffe gelockt. Allein im Juli erreichten die Zuflüsse in börsenotierte Indexfonds (ETFs) und andere Anlagen auf Agrarrohstoffe rund 110 Mio. Dollar – und damit den höchsten Stand seit März 2011. In Summe stecken 2,76 Mrd. Euro in Agrarfonds, deutlich weniger als im März des Vorjahres, als noch 6,4 Mrd. Dollar in derlei Produkten investiert waren. Fonds auf Agrarprodukte stellen 1,7 Prozent des 160 Mrd. Dollar schweren Marktes an den Rohstoffbörsen.

Im August dürfte der Trend, in Agrarrohstoffen zu veranlagen, anhalten, wie Analyst Matthew Lemieux vom Datendienst Lipper erklärt: „Wir werden wohl noch mehr Zuflüsse sehen, wenn die Preise für Nahrungsmittel steigen. Das dürfte so lange anhalten, bis sich an der Dürre in den USA etwas ändert.“ Die Preise für Mais und Sojabohnen sind infolge der Trockenheit stark angestiegen. Die Welternährungsorganisation FAO warnt bereits vor einer neuen Nahrungsmittelkrise.

„Ich wundere mich, dass Anleger im Vergleich zu anderen Rohstoffen im Agrarbereich so unterrepräsentiert sind“, sagte Sal Gilbertie, Präsidentin des Rohstoffhändlers Teucrium. Die Dürren haben den Leuten vor Augen geführt, wie wichtig es sei, Agrarprodukte im Portfolio zu halten. Zuletzt hat sich die Commerzbank aus der Spekulation mit Nahrungsmittelrohstoffen zurückgezogen und aus seinem börsengehandelten Rohstofffonds Agrarrohstoffe herausgenommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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