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Ein frommer General aus der zweiten Reihe

(c) EPA (EGYPTIAN PRESIDENCY/HANDOUT)
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Der neue Armeechef al-Sisi erregte mit der Rechtfertigung von "Jungfräulichkeitstests" Aufsehen.

Kairo/M.g./Red. Mit 57 Jahren ist Abdel Fatah al-Sisi einer der jüngsten Verteidigungsminister in der Geschichte Ägyptens. Seine Wechsel auf den Chefsessel des Ministeriums, den Vorgänger Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi seit 1991 innehatte, ist die spektakulärste Änderung an der Führungsspitze der ägyptischen Streitkräfte seit zwei Jahrzehnten.

Al-Sisi war zunächst bei der Infanterie und später Kommandeur des Armeebereichs Nord. Anders als sein Vorgänger Tantawi nahm er an keinem Krieg aktiv teil. Nach dem Sturz von Machthaber Hosni Mubarak im Februar 2011 wurde al-Sisi Chef des Militärgeheimdienstes.

Er erlangte im März 2011 zweifelhafte Bekanntheit, als er gegenüber Amnesty International die sexuellen Übergriffe von Soldaten gegen Demonstrantinnen rechtfertigte. Die verhafteten Frauen waren gegen ihren Willen von Militärärzten sogenannten „Jungfräulichkeitstests“ unterzogen worden. Al-Sisi sagte, die Armee habe die Tests durchgeführt, damit die Demonstrantinnen nicht später behaupten könnten, sie seien vergewaltigt worden.

Al-Sisi gilt als ehrgeizig und durchaus fromm – ohne jedoch den Muslimbrüdern oder einer anderen islamistischen Bewegung anzugehören.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2012)