Das bisherige Tageshoch des ATX liegt bei 2.059,50 Punkten. Das Wirtschaftswachstum in Europa schrumpft.
Die Wiener Börse hat sich am heutigen Dienstag zu Mittag bei eher dünnem Volumen mit freundlicher Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.058,09 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 6,88 Punkten bzw. 0,34 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,84 Prozent, FTSE/London +0,55 Prozent und CAC-40/Paris +0,54 Prozent.
Ungeachtet des schwächeren ZEW-Konjunkturbarometers in Deutschland tendierten auch die übrigen Börsen Europas weiterhin nach oben. Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen haben sich im August erneut eingetrübt, wohingegen Experten eine leichte Erholung vorausgesagt hatten.
Wirtschaftswachstum in Europa schrumpft
Auch wurden in der Eurozone Wachstumsdaten veröffentlicht. Laut Erstschätzung schwächte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Währungsraum wie auch in der gesamten EU im zweiten Vierteljahr um 0,2 Prozent zum Vorquartal ab. Das lasse wiederum Raum für Zinssenkungen, kommentierte ein Wiener Aktienmarkthändler.
Zuvor waren bereits die nationalen BIP-Daten veröffentlicht worden. In Österreich blieb im zweiten Quartal ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent übrig, nach 0,5 Prozent im Dreimonatszeitraum davor, geht aus einer ersten Schätzung des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo) hervor. Stützend wirkten an den europäischen Märkten die Wachstumszahlen aus Deutschland und Frankreich, die besser als erwartet ausgefallen waren.
Handschuhgeschäft belastet Semperit-Ergebnisse
Nach der Vorlage von Halbjahresergebnissen gaben in Wien Semperit um 0,69 Prozent auf 27,96 Euro nach. Der Hersteller von Kunststoff- und Kautschukprodukten steigerte seinen Umsatz in dem Sechsmonatszeitraum leicht um 0,9 Prozent auf 409,8 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) sank wegen "konjunktureller Rahmenbedingungen" aber um 10,3 Prozent auf 37,5 Mio. Euro. Die Zahlen seien etwas vom Handschuhgeschäft belastet worden, letztlich habe sie der Markt aber neutral aufgenommen, kommentierte ein Aktienhändler. Auch die Umsätze seien dünn.
Abgaben gab es auch in Mayr-Melnhof, die sich um 1,35 Prozent auf 73,00 Euro abschwächten. Der Kartonhersteller wird noch diese Woche seinen Zwischenbericht für das erste Halbjahr vorlegen. Größere Verluste sahen erneut auch die Bauwerte, die es damit der gesamteuropäischen Branchenperformance gleich taten. Strabag verloren als prime-market-Schlusslicht um 1,99 Prozent auf 17,46 Euro und Wienerberger gaben um 0,54 Prozent auf 6,63 Euro nach.
Eine Analystenstimme gab es zu RHI, die Aktie des Feuerfestkonzerns verbuchte ein kleines Plus von 0,20 Prozent auf 19,74 Euro. Die Analysten der Erste Group haben bei gleichzeitiger Bestätigung ihrer Kaufempfehlung "buy" das Kursziel für die Aktie von 26,0 auf 27,0 Euro angehoben.
Bisherige Tageshoch ATX: 2.059,50 Punkte
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach 11.30 Uhr bei 2.059,50 Punkten, das Tagestief lag zu Sitzungsbeginn bei 2.046,54 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,33 Prozent höher bei 1.016,49 Punkten. Im prime market zeigten sich 21 Titel mit höheren Kursen, 15 mit tieferen und einer unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 988.839 (Vortag: 609.572) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 23,771 (17,83) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 235.714 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 7,28 Mio. Euro entspricht.
(APA)