Trotz EU-Verbot: Südkorea will Öl aus Iran importieren

Trotz EUVerbot Suedkorea will
Symbolbild(c) AP (Hasan Jamali)

Zwei südkoreanische Raffinerien wollen ab September wieder Öl aus dem Iran einführen. Es handle sich um eine "industrielle Angelegenheit".

Nach wochenlanger Unterbrechung wollen zwei südkoreanische Raffinerien wieder Rohöl aus dem mit einem Lieferembargo belegten Iran importieren. SK Energy und Hyundai Oil Bank könnten die Ölimporte frühestens im September wiederaufnehmen, teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Seoul am Dienstag mit. Es handle sich um eine "industrielle Angelegenheit".

Nach Angaben von SK - der größten Raffinerie des Landes - wird erwartet, dass der Iran eigene Öltanker im September beladen und auch den erforderlichen Versicherungsschutz für den Transport nach Südkorea stellen wird. Das Öl könne im Oktober eintreffen, sagte eine Unternehmenssprecherin in Seoul. Die Verhandlungen mit iranischen Unternehmen und der Regierung in Teheran seien noch nicht abgeschlossen.

Firmen umgehen EU-Verbot

Durch den Schritt könnten die südkoreanischen Firmen das Verbot der Europäischen Union umgehen, Tanker mit iranischem Öl zu versichern. Seit dem 1. Juli gilt zugleich für die EU ein Stopp für alle Öleinfuhren aus dem islamischen Land. Durch die EU-Sanktionen gegen den Iran hatte sich Südkorea gezwungen gesehen, seine Ölimporte aus dem Iran ebenfalls am 1. Juli vorübergehend zu stoppen. Die EU will mit den Sanktionen im Streit um das iranische Atomprogramm den Druck auf die Führung in Teheran erhöhen.

Südkorea ist der weltweit fünftgrößte Ölimporteur. Zugleich war das Land vor dem Einfuhrstopp der viertgrößte Importeur von iranischem Rohöl. Südkorea und andere asiatische Länder wurden von Strafen der USA ausgenommen, nachdem sie den Import aus dem Iran deutlich reduziert hatten.