Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Steuerhinterziehung in Urlaubsorten Griechenlands blüht

Symbolbild
(c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com)
  • Drucken

Die Steuerfahnder stießen in mehr als der Hälfte der überprüften Geschäfte und Tavernen in den Touristenhochburgen Griechenlands auf insgesamt 31.237 Unregelmäßigkeiten. Die Lage habe sich verschlimmert.

Wien/Athen/ag. In den Touristenhochburgen Griechenlands blüht in der Ferienzeit die Steuerhinterziehung. In mehr als der Hälfte (55,7 Prozent) der in den vergangenen Wochen kontrollierten Tavernen, Bars und Souvenirgeschäften wurden die Steuerfahnder fündig, teilte die Fahnderbehörde (SDOE) mit. Die Beamten überprüften zwischen 6. Juli und 19. August 4067 Firmen auf 46 Inseln und in wichtigen Tourismuszentren auf dem Festland. Insgesamt wurden 31.237 Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Die Lage habe sich verschlimmert, hieß es. Im gleichen Zeitraum vergangenen Jahres hatten die Steuerfahnder in 53 Prozent der kontrollierten Geschäfte Steuerhinterziehung aufgedeckt. Zahlreiche Unternehmer gaben den Behördenangaben zufolge überhaupt keine Quittungen aus. Sie kassierten zwar die Mehrwertsteuer, steckten sie aber in die eigene Tasche. Im Kampf gegen die Schuldenkrise will Griechenland nun stärker gegen die Steuersünder in den Urlaubsparadiesen vorgehen: „Das Gesetz muss eingehalten werden, die Steuerhinterziehung wird beispielhaft geahndet“, erklärte Regierungssprecher Simos Kedikoglou.

Die griechische Regierung muss gegenüber den internationalen Geldgebern glaubhaft versichern, Einsparungen von 11,5 Milliarden Euro gegen Widerstände in Opposition und Bevölkerung durchsetzen zu können. Ansonsten drohen die Kreditgeber den Geldhahn des von der Pleite bedrohten Landes endgültig zuzudrehen. In den kommenden Tagen stehen mehrere spannende Treffen bevor: Am heutigen Mittwoch trifft Regierungschef Antonis Samaras auf Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Am Donnerstag treffen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande in der Sache zusammen, bevor Samaras am Freitag zu einem Gespräch mit Merkel nach Berlin und anschließend zu einem Treffen mit Hollande nach Paris reist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2012)