Atom-Konflikt: Iran ortet westliche "Verschwörung"

AtomKonflikt Iran will sich
EPA/ABEDIN TAHERKENAREH

Zwei Tage vor neuen Atomgesprächen in Wien gibt sich Teheran unnachgiebig: "Wir werden die Urananreicherung fortsetzen." Es gehe um die Würde des iranischen Volkes.

In zwei Tagen gehen in Wien neue Gespräche zwischen der Atomenergiebehörde IAEO und dem Iran über die Bühne. Das Mullah-Regime gibt sich im Vorfeld weiter unnachgiebig: Der Iran habe nicht vor, sich seine Rechte innerhalb des Atomwaffensperrvertrages nehmen zu lassen, erklärten mehrere Spitzenpolitiker aus Teheran gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Forderungen des Westens - wie den Stopp der Urananreicherung - will man nicht erfüllen.

"Würde des iranischen Volks"

Parlamentspräsident Ali Larijani, bis vor wenigen Jahren selbst Chef-Atomunterhändler, stellte klar, dass der Iran sich von Sanktionen nicht beirren lassen werde. Er kritisierte die "feindselige Politik des Westens gegenüber dem iranischem Atomprogramm". "Das Verhalten des Westens gegenüber dem Iran in der Atomfrage zeigt deutlich, dass sie Verschwörungen gegen unseren nationalen Willen zur Erlangung von Fortschritten auf dem Nuklearsektor schmieden. Wir werden unsere Urananreicherung fortsetzen, die Sanktionen können uns nichts anhaben, denn das Atomprogramm ist das 'Symbol der Würde des iranischen Volkes", so Larinjani.

Der mächtige Chef des Schlichtungsrates, Ayatollah Ali Akbar Hashemi-Rafsanjani, ergänzte, dass die Europäer sich in der Atomfrage auf einem Holzweg befinden würden, denn man sei nicht interessiert an Atomwaffen.

Bisher hatten Gespräche auf IAEO- wie auf internationaler Ebene kaum Fortschritte gebracht. Nach den jüngsten Gesprächen von IAEO-Experten in Teheran Anfang Juni sprach IAEO-Chefinspekteur Herman Nackaerts von einer "Enttäuschung". Er soll auch diesmal die Verhandlungen leiten. Auch bei mehreren Treffen der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschlands gab es bisher keine Annäherung.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Vorwand eines friedlichen Atomprogramms heimlich an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran dementiert dies vehement. In den vergangenen Monaten kamen immer wieder Spekulationen über einen möglichen Militärschlag Israels gegen Irans Atomwaffenprogramm auf.

(Ag.)