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Sturmgewehr & Co.: Der Handel mit Kleinwaffen boomt

Panzerfaust Handel Kleinwaffen boomt
(c) Reuters (Joshua Lott)
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Der weltweite Handel hat sich seit 2006 mehr als verdoppelt. Österreich zählt laut aktueller Studie zu den fünf größten Hauptexporteuren von Kleinwaffen.

Der weltweite Handel mit Kleinwaffen hat sich seit 2006 auf mindestens 8,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr mehr als verdoppelt. Damals wurde das Handelsvolumen auf vier Milliarden Dollar geschätzt. Das geht aus dem Kleinwaffen-Report "Small Arms Survey 2012" hervor, der am Montag in Genf veröffentlicht wurde. Für die Entwicklung gibt es mehrere Gründe. Vor allem Privatpersonen in den USA haben mehr Geld für Klein- und Leichtwaffen sowie Munition ausgegeben. Zudem haben Regierungen für ihre in Irak und Afghanistan stationierten Streitkräfte umfangreiche Mengen an Waffen und Munition gekauft. Etwa die Hälfte der 8,5 Milliarden Dollar entfällt übrigens auf Munition.

Aber auch bessere Informationen und differenziertere Forschungsmethoden haben zur deutlichen Korrektur der Schätzung beigetragen. Viele Waffen tauchten vorher nicht in der Statistik auf. Dennoch bleiben weiterhin große Teile des legalen Handels undurchsichtig, wie Eric Berman, Managing Director des Small Arms Survey sagt. "Während die staatliche Transparenz bei Kleinwaffentransfers nach und von Europa und Nordamerika relativ solide war, hinkt sie in Afrika, Asien und dem Mittleren Osten hinterher", so Berman. Vor allem von Russland und China wünscht er sich mehr Transparenz.

Österreich zählt zu Hauptexporteuren

Es zeigt sich auch, dass der legale Handel von Klein- und Leichtwaffen hoch konzentriert ist. Das heißt, er findet nur in einer Handvoll Ländern statt. 2009 zählten laut Bericht die folgenden Staaten laut Zolldaten zu den Hauptexporteuren (jährliche Exporte von mindestens 100 Millionen US-Dollar, in absteigender Reihenfolge):

  • USA
  • Italien
  • Deutschland
  • Brasilien
  • Österreich
  • Japan
  • Schweiz
  • Russland
  • Frankreich
  • Südkorea
  • Belgien
  • Spanien

Die USA liefern als weltweite Nummer eins Klein- und Leichtwaffen sowie Munition im Wert von rund 706 Millionen Dollar ins Ausland. Im Vergleich dazu: Österreich exportiert laut Small Arms Survey im Umfang von mindestens 249 Millionen Dollar - vor allem Revolver, Pistolen, Sport- und Jagdgewehre sowie Munition für diese Waffen.

Klein- und Leichtwaffen

Kleinwaffen können von einer Person getragen und bedient werden. Dazu zählen laut UN Comtrade Pistolen, Revolver, Sturm- und Jagdgewehre.

Leichtwaffen sind demnach z.B. tragbare Raketenwerfer, Maschinengewehre und Panzerfäuste.

Hauptimporteure waren 2009 (jährliche Importe von mindestens 100 Millionen US-Dollar, in absteigender Reihenfolge) die USA, Großbritannien, Saudi-Arabien, Australien, Kanada, Deutschland und Frankreich.

Unabhängiges Forschungsprojekt

Das "Small Arms Survey" ist ein unabhängiges Forschungsprojekt am Genfer "Graduate Institute of International and Development Studies" und wurde 1999 ins Leben gerufen. Es wird von der UNO unterstützt.

(phu)