Innerstädtisches Wohnen hat sich erneut verteuert

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Symbolbild(c) Bilderbox / Erwin Wodicka
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Noch immer fliehen die Anleger aus Angst vor Geldentwertung in Immobilien und nehmen geringe Renditen in Kauf. Wohnungsuchende mussten im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erneut tiefer in die Tasche greifen.

Wien/b. l. Wohnungen in Ballungszentren haben sich in den vergangenen Jahren so stark verteuert, dass viele von einer Immobilienblase sprechen. Diese ist vorerst nicht geplatzt: Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres haben die Wohnungspreise in Österreich erneut angezogen, in einigen Gegenden zweistellig. Das geht aus dem „ImmoDex“ der Onlineplattform Immobilien.net hervor.

Bezirk Wiener Neustadt zieht an

Die stärksten Preisanstiege gab es in Wien und Umgebung. In Mariahilf kostet jede zweite neuwertige Eigentumswohnung mehr als 4100 Euro pro Quadratmeter, das ist zum Vorjahr ein Plus von 16 Prozent. Gebrauchte Wohnungen in Wiener Neustadt kosten in jedem zweiten Fall mehr als 1500 Euro, das ist ein Anstieg um ein Viertel.
Auch in Klagenfurt-Land und Spittal an der Drau sind die Preise zweistellig gestiegen. Eine neuwertige Wohnung in Klagenfurt-Land kostet jetzt 3800 Euro pro Quadratmeter, in Spittal legt man 4000 Euro hin. Dabei handelt es sich jeweils um Angebotspreise. Die tatsächlichen Preise könnten darunter liegen. Verhandeln lässt sich Experten zufolge vor allem dort, wo die Preise ohnehin nicht so hoch sind: bei schlecht ausgestatteten Wohnungen in Randlage.



Die Schere zwischen Mieten und Eigentumspreisen geht weiter auf. Mieten haben sich dem ImmoDex zufolge „nur“ um 1,6 Prozent verteuert. Das bedeutet, dass sich Vermieten immer weniger rechnet. Wer eine Eigentumswohnung kauft, muss sich mit sehr niedrigen Renditen zufriedengeben. Die reine Mietrendite (Nettomiete am Kaufpreis) liegt in Wien bei etwa drei Prozent, doch dieser Prozentsatz wird durch Spesen beim Kauf, Steuern und Erhaltungskosten deutlich geschmälert.
Auch bei der Miete sind die regionalen Unterschiede groß.
In Korneuburg stiegen die Mieten um 15 Prozent auf neun Euro netto pro Monat und Quadratmeter, in Klagenfurt-Stadt gingen sie um acht Prozent auf sieben Euro netto zurück. Innerhalb Wiens gab es die stärksten Preisanstiege in der Brigittenau, wo jede zweite neuwertige Wohnung mehr als elf Euro pro Monat und Quadratmeter kostet. Wer sich in Wien in einer älteren Wohnung einquartiert, kommt mit 9,8 Euro günstiger weg als bei einer neuwertigen Wohnung (elf Euro).

Günstig wohnen in Simmering

Wer besonders günstig logieren will und sich auf dem freien Markt umsehen muss, sollte das in Simmering tun: Dort zahlen neue Mieter für jede vierte Mietwohnung weniger als sieben Euro pro Monat und Quadratmeter. Wer hingegen Luxus schätzt, sollte sich in der Innenstadt umsehen: Jede vierte Wohnung dort kostet mehr als 18,6 Euro pro Quadratmeter.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2012)

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