Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Polizeichefs von Landesfürsten Gnaden

(c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)
  • Drucken

Bei der Auswahl der neuen Landespolizeidirektoren und ihrer Stellvertreter spielten die Landeshauptleute eine große Rolle. Nur eine Frau unter den neuen Spitzen.

Wien. Am Ende ging alles ganz schnell: Anfang der Woche tagten die Personalvertreter, wenige Stunden später standen die Namen der neuen Landespolizeidirektoren und ihrer Stellvertreter fest. Sie werden morgen, Freitag, von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in ihr Amt eingeführt. Dienstantritt ist dann am 1.September. Einen großen Einfluss auf die Bestellungen hatte die Landespolitik in den Bundesländern: Bei den neuen Chefs musste das Einvernehmen mit dem jeweiligen Landeshauptmann (in Salzburg mit der Landeshauptfrau) gesucht werden.

In Wien stand Polizeipräsident Gerhard Pürstl bereits fest, sein Posten wurde nicht ausgeschrieben. Seine beiden Stellvertreter sind die bisher als Pürstl-Vize agierende Michaela Kardeis sowie Landespolizeikommandant Karl Mahrer. In Niederösterreich machte Sicherheitsdirektor Franz Prucher das Rennen, als Stellvertreter sind Vize Rudolf Slamanigund Landespolizeichef Franz Poppvorgesehen. In Oberösterreich kommt der nicht unumstrittene ÖVP-nahe Andreas Pilsl, einst Mitarbeiter von Ex-Innenminister Ernst Strasser, zum Zug. Der bisherige Sicherheitsdirektor Alois Lißlwird Stellvertreter, als weiterer Vizechef amtiert Erwin Fuchs aus der Linzer Polizei.

Parteitaktik dürfte es bei den Salzburger Bestellungen gegeben haben: Landespolizeidirektor wird Franz Ruf, der als ÖVP-nah gilt. Er bekommt mit Arno Kosmata einen „roten“ Stellvertreter: Kosmata ist SP-Landtagsabgeordneter, Sicherheitssprecher und Bezirksvorsitzender der SPÖ Pongau. Dienstlich hat Kosmata seine Heimat im Pinzgau, wo er zuletzt Bezirkspolizeikommandant war. Burghard Vouk vom Verfassungsschutz wird weiterer Stellvertreter von Ruf.

 

„Geheimdienst“ umgibt Niessl

In Tirol steht künftig Landespolizeikommandant Helmut Tomacan der Spitze. Er hat maßgeblich an der Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie mitgewirkt, zudem arbeitete er im Kabinett der Ex-Innenminister Günther Platterund Maria Fekter. Seine Stellvertreter werden Norbert Zobl und Edelbert Kohler. In Vorarlberg hatte sich nur Sicherheitsdirektor Hans-Peter Ludescher beworben, Landespolizeichef Siegbert Denzund Walter Filzmaier aus der Sicherheitsdirektion agieren als Stellvertreter.

In Kärnten wird mit Michaela Kohlweiß die einzige Frau an der Spitze einer Landespolizeidirektion stehen. Als Vize-Chefs kommen Albert Slamanig und Wolfgang Rauchegger zum Zug. In der Steiermark wechselt Sicherheitsdirektor Josef Klamminger auf den neuen Chefposten, Stellvertreter werden der Grazer Polizeichef Alexander Gaisch und Cobra-Offizier Manfred Komericky.

Hans-Peter Doskozil, zuletzt Büroleiter von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), aber ausgebildeter Polizist, wird Polizeidirektor im Burgenland (Stellvertreter: Werner Fasching und Christian Stella). Für Erstaunen sorgt indes der Nachfolger Doskozils: Niessl holt sich mit Ronald Reiter, dem Chef der burgenländischen Verfassungsschützer, einen weiteren „Geheimdienstler“ ins Büro. Dort werkt nämlich schon Peter Dopler, einst Agent im Heeresabwehramt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2012)