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61 Tote bei Flüchtlingsdrama vor der türkischen Küste

TURKEY ACCIDENT
EPA
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Vor der Türkei ist ein Boot mit mehr als 100 Migranten aus dem Irak und Syrien gesunken. Viele der Passagiere waren im Laderaum gefangen.

Beim schlimmsten Flüchtlingsdrama vor der türkischen Küste seit Jahren sind am Donnerstag mindestens 61 Menschen ertrunken. Das Boot, das vor allem Syrer, Palästinenser und Iraker an Bord hatte, ist am Donnerstag südlich von Izmir auf einen Felsen aufgelaufen und gesunken. Viele der Menschen an Bord waren offenbar im Laderaum gefangen, mehr als ein Dutzend Passagiere ist so mit dem Schiff untergegangen. Der Kapitän und ein Matrose wurden festgenommen. Die Fahrt sei von Menschenschmugglern organisiert worden, berichteten türkische Medien.

Das nur 15 Meter lange Boot soll insgesamt mehr als 100 Menschen an Bord gehabt haben, darunter viele Frauen und Kinder. Mehr als 40 Menschen überlebten das Unglück, weil sie die etwa 50 Meter bis zur Küste schwammen oder aus dem Wasser gezogen wurden. Dutzende schafften es jedoch aus eigener Kraft nicht bis an Land. Rettungskräfte suchen im Seegebiet vor Ahmetbeyli bei Izmir weiter nach möglichen Überlebenden.

Die türkische Polizei vernahm am Donnerstag Überlebende des Unglücks. Diese erklärten, dass Menschenschmuggler ihnen eine Passage in die Europäische Union versprochen hätten. Als Ziel der Reise sei Großbritannien angegeben worden.

Türkei: Einreisebestimmungen gelockert

Im Mittelmeer kommen immer wieder Migranten ums Leben, die in alten oder nicht seetüchtigen Booten auf dem Weg in die EU sind. Der Transport ist oftmals von Mafiabanden organisiert, die Tausende Euro für den Transport verlangen. Im vergangenen Jahr gab es vor der Küste Nordafrikas zwei große Schiffsunglücke, nach denen jeweils mehr als 200 Menschen vermisst wurden.

Von der Türkei aus nehmen viele Flüchtlinge auch den Landweg über Griechenland oder Bulgarien. Griechenland hat die Kontrollen zuletzt weiter verschärft, um illegale Einwanderung zu unterbinden. Die Türkei hat dagegen ihre Einreisebestimmungen in den vergangen Jahren gelockert.

(APA/dpa)