Androsch zu Hypo: Kapitalspritze oder Bad Bank

INTERVIEW: ANDROSCH
APA/HERBERT PFARRHOFER

Im Gegensatz zu Vorstandschef Kranebitter, AR-Chef Ditz und Liebscher bezweifelt Androsch, dass die Bank 2,2 Mio. Euro alleine stemmen kann.

Die Spitzen von Vorstand und Aufsichtsrat der Hypo-Alpe-Adria und auch Klaus Liebscher von der "Banken-ÖIAG" Fimbag hoffen, dass der von der Finanzaufsicht neu errechnete Kapitalbedarf der Hypo von 2,2 Milliarden Euro nicht dem Steuerzahler auf den Kopf fällt, sondern größtmöglich durch die Bank selbst mittels weiterer Reduktion von Kreditrisiken "abgearbeitet" werden kann. Das bezweifelt jedoch Hannes Androsch, früher CA-Chef und heute Vize-AR-Chef der Fimbag. Er glaubt, dass man - zumindest teilweise - nicht um eine Kapitalaufstockung der seit 2009 verstaatlichten Bank oder eine "Bad Bank" herumkommen wird, wie er zur APA sagte.

"Wir wollen nicht, dass die Bank schon jetzt Geld vom Bund braucht", betonte Hypo-Vorstandschef Gottwald Kranebitter am Donnerstag im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radio. Daher wolle man "Lösungen vorschlagen, die einen direkten Einschuss nicht notwendig machen". Einen Einschuss solle es erst dann geben müssen, "wenn Risiken schlagend werden". Die Hypo Alpe Adria halte derzeit bei etwa 10 Milliarden Euro an Problemkrediten, durch strenge Maßnahmen sei es gelungen, das konstant zu halten. Abbauen könne man das Volumen aber erst, sobald die Märkte das hergeben, so Kranebitter.

Androsch: Abbauteil "längerfristig abwickeln"

Androsch ist für die Zukunft nicht so optimistisch - er glaubt, es wird entweder eine Kapitalaufstockung durch den Bund geben müssen, was freilich das Budgetdefizit erhöht, "oder man macht eine 'Bad Bank'", auch wenn das die Schuldenquote erhöht, sagte der Industrielle am Donnerstag: "Wir werden darum nicht herumkommen." Es sei zwar jetzt "nicht die Zeit, in panikartige Notmaßnahmen zu verfallen", doch bezweifelt Androsch "die optimistische Variante Kranebitters". Tatsächlich werde es irgendwo zwischen der Vorstands-Variante und einem apokalyptischen Szenario liegen.

Den Abbauteil, den die Hypo ohnedies schon getrennt von den fortzuführenden Bereichen bilanziert, müsse man "längerfristig abwickeln", meint Androsch: entweder rasch verkaufen mit Verlust oder die Finanzierung durchziehen und hoffen auf einen besseren Preis, das sei "eine Güterabwägung mit dem Prinzip Hoffnung".

AR-Chef Ditz zuversichtlicher

Nach Meinung von Hypo-Aufsichtsratschef Johannes Ditz "gilt es jetzt einen budgetschonenden Weg zu finden, der den Steuerzahler nicht belastet", wie er im Radio betonte. Im übrigen "glauben wir, dass wir die Risiken besser managen als es offenbar die FMA einschätzt", meinte Ditz zum Bescheidentwurf der Finanzmarktaufsicht, zu dem sich die Kärntner Bank bis 28. September äußern muss. Fimbag-Vorstand Liebscher ist optimistisch und sieht es als "positiv" an, dass die Hypo-Bank möglichst viel des zusätzlichen Kapitalbedarfs selbst durch "Eigenleistungen" stemmen will, so Liebscher. Um einen "massiven Abbau ihrer Kreditrisiken" werde die Hypo nicht herumkommen, doch habe sich die Bank ja schon bisher mit Erfolg darum bemüht: "Man sollte die bisher erreichten Erfolge nicht unter den Tisch kehren."

 

 

(APA)