Spar: Unternehmensanleihe soll 200 Mio. Euro bringen

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Der Handelskonzern möchte für "alle Eventualitäten gerüstet sein". Mit einem 3,5 Prozent Kupon kann sich Spar günstiger refinanzieren als vor drei Jahren.

Der Handelskonzern Spar zapft erneut den Kapitalmarkt an und emittiert seine nunmehr vierte Unternehmensanleihe (Corporate Bond). 200 Millionen Euro möchte Spar so einnehmen, um "bankenunabhängiger" agieren zu können und "für alle Eventualitäten gerüstet" zu sein, wie Finanzchef Hans Reisch am Mittwoch vor Journalisten ausführte. Spar wolle mehr Bewegungsfreiheit bei Akquisitionen und für die Expansion haben. Das Handelsunternehmen nehme jedes Jahr zwischen 450 und 500 Millionen Euro in die Hand, um im In- und Ausland "am Stand zu bleiben".

Joint Lead Manager des in 1000 Euro gestückelten fünfjährigen Bonds sind Raiffeisen Bank International AG (RBI) und UniCredit Bank Austria AG. Die nominelle Verzinsung beträgt jährlich 3,5 Prozent - im Vergleich zur letzten Emission im Jahr 2009 kann sich der Handelskonzern somit deutlich günstiger refinanzieren. Damals war das Papier mit einem Kupon von 5 Prozent ausgestattet. Die Zeichnungsfrist für private Anleger läuft von 17. bis 19. September 2012. Der Emissionskurs beträgt 101,4 Prozent.

"Problemkind" Ungarn

Die gesamte Spar-Gruppe - dazu zählt das Geschäft im In- und Ausland, der Sporthändler Hervis sowie die SES Spar European Shopping Center - setzte im Vorjahr 12,15 Milliarden Euro um. In Österreich erwirtschaftete der Händler 5,4 Milliarden Euro. Zum ersten Halbjahr 2012 hielt sich Reisch heute zahlenmäßig bedeckt: Sieht man von Ungarn ab, laufe es gut und es würden Anteilszuwächse erzielt.

In Ungarn machen dem Händler Konsumflaute und eine im Oktober 2010 beschlossene "Krisensteuer" zu schaffen. Handelskonzerne müssen 2,5 Prozent des Umsatzes an den ungarischen Fiskus abliefern, bei Spar macht das 25 Millionen Euro pro Jahr aus. Nächstes Jahr läuft die Steuer für Handelsfirmen aus, sei vom ungarischen Premierminister Viktor Orban versichert worden. Momentan steckt Spar in Ungarn in den roten Zahlen. Der Sprung in die Gewinnzone soll in den nächsten drei Jahren gelingen, sagte Reisch. Mit rund 400 Standorten und einem Umsatz von zuletzt 1,4 Milliarden Euro ist Ungarn nach Italien der zweitgrößte Auslandsmarkt.

(APA)

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