Bedrohte Arten

Als im Sommer „Lonesome George“ im Alter von ein bissl über 100 Jahren das Zeitliche segnete, wurde uns so richtig bewusst, was „Artensterben“ bedeutet.

Als im Sommer „Lonesome George“ im Alter von ein bissl über 100 Jahren das Zeitliche segnete, wurde uns so richtig bewusst, was „Artensterben“ bedeutet: Diese Unterart der Pinta-Riesenschildkröte hat sich mit dem entzückenden Schildkröterich für immer von unserem Planeten verabschiedet. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat nun die aktuellste Liste der 100 am stärksten bedrohten Arten veröffentlicht: Darauf finden sich Zwergfaultiere aus Panama, chinesische Hainan-Gibbons, die als asiatisches Einhorn bekannten Saola-Antilopen und weitere 97 Tiere, Pflanzen und Pilze. Unterunterarten des Homo sapiens, die man an bestimmten Verhaltensweisen erkennt, sind hingegen von Naturschützern völlig unbemerkt am Aussterben.

Die (weibliche) „Mit-dem-Kuli-Wähler-damit-der-Fingernagel-nicht-abbricht“-Subspezies ist seit der Ausrottung der Telefonwählscheibe verschwunden; die „Lage-null!-Wir-rüsten-ab-bis-der-Wirt-keinen-Alkohol-mehr-hat“-19-jährigen männlichen Exemplare scheinen ab 2013 gefährdet zu sein. Mal sehen, ob Forscher solche Spezln erhalten wollen, wie sie das mit soeben gefundenen Mammutzellen in Sibirien tun: klonen, um die verlorene Art wiederzubeleben. VERS


E-Mails an: veronika.schmidt@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2012)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.